Windkanal-Design im Staatsauftrag

Name: Opel Tech I

Premiere: IAA in Frankfurt, September 1981

Spezifikationen: fahrfähiger Prototyp, cW-Wert: 0,235

Der Hintergrund:

In den 1970er-Jahren rückte das Umweltbewusstsein immer stärker in den Vordergrund. Zwei Ölkrisen, schlechte Luft und Demonstrationen gegen neue Atomkraftwerke, zu guter Letzt die Gründung der Grünen 1979 waren Schlüsselereignisse.

Auch die bundesdeutsche Regierung machte sich Gedanken: Das Ministerium für Forschung und Technologie (BMFT) startete Anfang 1978 ein mit insgesamt 110 Millionen Mark gefördertes Projekt auf dem Automobilsektor. In drei Phasen sollten Hersteller fahrbare und serienfähige Prototypen konzipieren. Und zwar mit neuartigen Lösungen für das Jahr 2000 in den Bereichen Abgas- und Geräuschemissionen, Energieverbrauch und Sicherheit.

Offiziell präsentiert wurden die landläufig „Auto 2000“ genannten Fahrzeuge auf der IAA 1981. Aerodynamik war Trumpf: Audi nahm den ein Jahr später erschienenen 100 C3 vorweg, Mercedes zeigte eine Art S-Klasse mit Fließheck. Auch VW setzte auf ein Fließheck und gab an der Frontpartie einen Ausblick auf den Passat von 1988.

Opel stellte den „Tech I“ in den Mittelpunkt. Er punktete mit einer stromlinienförmigen Karosserie ohne Sicken und Kanten. Scheiben und Unterboden waren glattflächig verklebt, wodurch der cW-Wert auf bemerkenswerte 0,235 sank. Als Clou waren die Nummernschilder diebstahlsicher hinter einer Abdeckung aus Acyrlglas montiert.

Die technische Grundlage für den Tech I lieferte der Opel Kadett D mit seiner T-Plattform von GM. Hinter einer großen Panoramascheibe befand sich das Cockpit, in dem so gut wie alles über Druckknöpfe bedient wurde.

Wieder aufgegriffen wurde das Tech-I-Design bei Kadett E von 1984 und noch viel stärker beim ersten Opel Omega anno 1986. Nur beim Fließheck bewies Rüsselsheim ein feines Näschen: Anders als beim Ford Scorpio, der den Tech-I-Hintern quasi kopierte, behielt der Omega A ein klassisches Stufenheck.

Bildergalerie: 1981 Opel Tech1