Nachahmung nur bedingt zu empfehlen ...

In den letzten Jahren ist bei einigen Hypercar-Herstellern das Rekord-Fieber ausgebrochen. Die Jagd nach der größten Höchstgeschwindigkeit hat immense Ausmaße angenommen. Bugatti mit dem Veyron Super Sport, US-Tuner Hennessey mit seinem Venom GT und Koenigsegg mit seinem Agera RS haben die Limits weit hinter die 400-km/h-Marke geschoben. Aktuell hält Koenigsegg den Vmax-Rekord mit einer offiziellen Höchstgeschwindigkeit von 447,2 km/h. Aber all das passiert in der Regel auf abgesperrter Strecke mit meist wochenlangen, penibelsten Vorbereitungsmaßnahmen. In der Realität haben absurde Tempi jenseits der 400 keinerlei Bewandtnis. Oder doch?

Nun, in den meisten Regionen der Welt ist es legal nicht einmal möglich, ein Drittel dieser Geschwindigkeit zu fahren. Die Ausnahme bildet bekanntermaßen die gute alte deutsche Autobahn. Oder zumindest kleine Teile davon, wo noch frei gefahren werden darf. Bugatti-Veyron-Besitzer Radim Passer hat sich das zunutze gemacht und ist dort mit seinem französischen Hypercar tatsächlich über 400 km/h gefahren. Wie er das hingekriegt hat, erzählt er nun in einem Video, das Sie am Anfang dieses Artikels begutachten können.

 

Noch mehr Bugatti-Wahnsinn

Seit Passer seinen Veyron im Jahr 2007 in Empfang nehmen durfte, war es sein Ziel, die 400 km/h-Marke auf der Autobahn zu durchbrechen. Es dauerte Jahre und brauchte einige Versuche, bis er es endlich hinbekam. Den ersten Versuch unternahm er im Mai 2011. Leider war es am auserwählten Tag zu kalt und die Computer des Veyron weigerten sich, das Auto in den Höchstgeschwindigkeitsmodus zu versetzen.

Ein Jahr später kehrte der Tscheche für einen weiteren Vmax-Lauf auf die Autobahn zurück. Das auserkorene Stück Asphalt war die A2 zwischen Berlin und Hannover. Dieses Mal jedoch sorgte ein Problem mit dem Getriebe für lange Gesichter. Das Auto wollte einmal mehr nicht in den Höchstgeschwindigkeitsmodus wechseln.

Erst drei Jahre später startete Passer seinen dritten Versuch. Und der führte dann auch zum Erfolg. An jenem Tag im Jahr 2015 waren alle Bedingungen erfüllt und der frisch von Bugatti inspizierte Veyron ging auf 402,5 km/h.

Passer findet übrigens nicht, dass seine Läufe eine Gefährdung für andere darstellen. Er habe schließlich speziell Tage und Uhrzeiten ausgewählt hat, an denen die Straße am ehesten leer war. Rechtlich gibt es dagegen ebenfalls nichts einzuwenden. Wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn aufgehoben ist, kann er im Prinzip so schnell fahren, wie er will.

Nichtsdestotrotz besteht bei solch hohen Geschwindigkeiten immer die Möglichkeit, andere Menschen ernsthaft zu gefährden. Ob man das für ein äußerst egoistisches Ziel in Kauf nehmen sollte, ist mehr als zweifelhaft. Wenn Passer in seinem Veyron Hochgeschwindigkeitsfahrten ausführen möchte, gibt es Veranstaltungen auf geschlossenen Strecken, wo dies deutlich gefahrenloser möglich ist.

Quelle: Radim Passer via Youtube