Hier steht k.u.k. für „krass und kräftig“ - doch es war alles nur ein Schwindel

Update: Der Milan Red hat sich als Luftschloss entpuppt, Markus Fux wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Kollegen von der österreichischen Website Kurier.at berichten wie folgt: "Seit 12. Juni 2019 musste sich der gestrauchelte Sportwagen-Konstrukteur wegen schweren Betrugs vor Gericht verantworten. Er soll zumindest sieben Personen um rund 1,2 Millionen Euro geschädigt haben. Fux soll mehreren Interessenten Geld für den Bau des Sportwagens herausgelockt und Zahlungen von Rechnungen zugesagt haben, obwohl ihm anscheinend die Mittel für die Rückzahlung fehlten. [...] Außerdem habe das Gericht festgestellt, dass das Hypercar-Projekt nicht von Anfang an auf Betrug ausgelegt war, aber es mutierte mangels Kapitals zu einem Loch-auf-Loch-zu-Geschäftsmodell. Oder anders gesagt: Mit dem Geld, das bei investoren aufgestellt wurde, wurden offene Alt-Rechnungen beglichen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das ihrer Meinung nach zu milde Urteil Berufung angemeldet, es ist damit nicht rechtskräftig."

Hier unser Bericht vom 31. Juli 2018, als der Milan Red vorgestellt wurde:

Kennen Sie österreichische Autohersteller? Gar nicht so einfach: Steyr und Puch mag manchem einfallen, ebenso Magna in Graz als Lohnfertigung für andere Marken. Doch jetzt kommt ein Greifvogel angeflogen: der Milan Red.

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Die Milan Automotive GmbH ist südlich von Wien in Leobersdorf ansässig. Treibende Kraft ist der 36-jährige Markus Fux. Sein Ziel: Einen Supersportwagen gegen den aktuellen Strom zu bauen.

Wenden wir uns den Fakten des Milan Red zu: 1.325 PS aus einem Quadturbo-V8 mit 6,2 Liter Hubraum ohne Elektrounterstützung auf die Hinterräder. Dazu 1.300 Kilogramm Leergewicht. Das reicht für einen Sprint in nur 2,47 Sekunden auf 100 km/h, erst „weit nach 400 km/h“ soll Schluss sein.

An der Entwicklung des Milan Red waren viele Zulieferer aus Österreich beteiligt. AVL beim Motor und der Simulationstechnologie, Pankl Racing Systems für die Titan-Radträger. Laut Milan ist der Red das erste straßenzugelassene Fahrzeug mit Querlenkern aus Carbon.

Anderen die Show stehlen

Nur 99 Exemplare des Milan Red sind geplant, eines kostet knapp unter zwei Millionen Euro. 18 Fahrzeuge sind bereits geordert worden.

Und was sagt Milan-CEO Markus Fux zu seinem Produkt? „Man kann ein sehr künstlerisches Auto fahren, ein High-Tech-Monster, einen Thron auf vier Rädern – oder ein Fahrzeug, das nur einem einzigen Zweck dient, nämlich allen anderen die Show zu stehlen. Und da kommen wir ins Spiel.“

Bildergalerie: 2018 Milan Red Hypercar