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Timo Bernhard fährt Nordschleifen-Rekord im Porsche 919 Evo

Timo Bernhard ist neuer Rekordhalter auf der Nürburgring-Nordschleife: Im Porsche 919 Evo knackte er den 35 Jahre alten Streckenrekord von Stefan Bellof

Heiko Stritzke

Heiko Stritzke

Bearbeitet: 29.06.2018, 12:31

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Porsche 919: Timo Bernhard

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Porsche 919: Timo Bernhard with the record time board

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Nach 35 Jahren und 32 Tagen ist der Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife von Stefan Bellof gefallen. Timo Bernhard stellte im Porsche 919 Evo eine neue Bestmarke für die schnellste je gefahrene Runde in der "Grünen Hölle" auf. Er benötigte lediglich 5:19.546 Minuten für die 20,832 Kilometer lange Strecke. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwidigkeit von 234,693 km/h.

Der amtierende Langstrecken-Weltmeister stellte die Rekordrunde am Samstagvormittag um 9:35 Uhr Ortszeit auf. Rekordrunden auf der Nordschleife sind heutzutage etwas für Frühaufsteher; Porsche nutzte die morgens noch relativ kühlen Streckentemperaturen für den Rekordversuch. Auf der Rekordrunde herrschten 18-20 Grad Luft- und 21-31 Grad Streckentemperatur.

 

Bernhard ging kurz nach Öffnung der Nordschleife um 8 Uhr morgens auf eine Installationsrunde, der ein 30-minütiger Check folgte. Um 8:35 Uhr ging es in den ersten Versuch. die Stoppuhr blieb bei 5:31.899 Minuten stehen, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 225,958 km/h entsprach. Das war bereits ein neuer Rekord, doch Porsche wollte noch mehr.

Die zweite Rekordrunde startete um 8:57 Uhr. Der 37-Jährige hatte sich mit dem Fahrzeug angefreundet und brachte den Porsche 919 Evo auf eine Rundenzeit von 5:24.375 Minuten (Durchschnitt 231,199 km/h), eine deutliche Steigerung zum ersten Anlauf. Doch Bernhard war noch immer nicht zufrieden und bat um einen dritten Versuch. Mit keinerlei Änderungen am Set-up ging es um 9:30 Uhr auf die entscheidende Rekordrunde, die für einige Zeit als schnellste Runde aller Zeiten auf der Nürburgring-Nordschleife bestand haben dürfte.

 

Der Porsche 919 Evo basiert auf dem LMP1-Fahrzeug Porsche 919 Hybrid, wurde aber in diversen Punkten überarbeitet. So wurde das Benzindurchflusslimit für den V4-Turbomotor aufgehoben, wodurch die Systemleistung auf 1.160 PS stieg. Durch einen größeren Heckflügel und ausladenden Frontsplitter wurde der Anpressdruck um 53 Prozent gesteigert, ein Doppel-DRS sorgt auf den Geraden trotzdem für geringen Luftwiderstand. Das Gewicht wurde auf 849 Kilogramm gesenkt.

Michelin lieferte zwei spezielle Reifenmischungen für die Rekordjagd. Auch die Franzosen hielten sich an die Vorgabe von Porsche, keine Spezialreifen zu liefern, sondern sie auf der Konfiguration der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zu konstruieren.

Porsche hatte sich mit diversen Testfahrten auf den Rekordversuch vorbereitet, seitdem wird das Thema an Stammtischen heiß diskutiert. Für alle, die den Rekordversuch für ein Sakrileg halten, bleibt der Trost, dass der Rekord von Timo Bernhard nicht in einer offiziellen Rennsitzung gefahren wurde. Bellof bleibt zumindest in dieser Hinsicht offizieller Rekordhalter.

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