Die Limousine wird auf MQB-Basis richtig schick

Ein Mauerblümchen erstrahlt in neuem Glanz: VW zeigt auf der Automesse NAIAS in Detroit (15. bis 28. Januar 2018) einen komplett neuen Jetta.

Enormer Erfolgswagen
Doch was heißt hier Mauerblümchen? Aus europäischer Sicht mag das stimmen, waren doch die Verkäufe in den letzten Jahren überschaubar. Hierzulande wurde der VW Jetta bereits vom Markt genommen, doch in den USA ist er das Zugpferd von VW. Mehr als 3,2 Millionen Jetta wurden dort bereits verkauft, weltweit hat VW seit 1979 rund 17,5 Millionen Exemplare des Stufenhecks gebaut.

Neuauflage nicht für Europa
Jetzt wird der VW Jetta komplett umgekrempelt, möglich macht es der modulare Querbaukasten, kurz MQB. Damit gewinnt der Jetta Nummer sieben nicht nur beim Design, sondern auch bei den Abmessungen. Die Länge wächst um vier Zentimeter auf nun 4,70 Meter, der Radstand vergrößert sich auf 2,69 Meter. Auch bei Breite und Höhe hat der Jetta zugelegt, zugleich wurde der vordere Überhang etwas kürzer, während man den hinteren Überhang verlängert hat. Kofferraumvolumen? 510 Liter. Derart gewachsen, rückt der neue Jetta dem europäischen Stufenheck-Passat (4,77 Meter) dicht auf die Pelle. Um zu vermeiden, dass die ohnehin randgruppige Passat Limousine endgültig abschmiert, wird VW den neuen Jetta nicht in Europa anbieten. Für China wird es aber ein Jetta-Derivat namens Sagitar geben.

Schickes Cockpit
Der nun also ,Übersee-optimierte" Jetta bekommt selbstverständlich die MQB-übliche Armada an Assistenzsystemen, serienmäßig sind bei jedem Modell LED-Scheinwerfer. Ein putziges Gimmick ist das in zehn Schattierungen strahlende Ambientelicht, welches an die Fahrprofilauswahl gekoppelt ist. Auf Wunsch gibt es das ,Active Info Display", welches mit dem Infotainment eine digitalisierte Fläche im Cockpit bildet. Einziger Motor ist zunächst ein 1.4 TSI mit 150 PS und manueller Sechsgang-Schaltung, erste Wahl der US-Kundschaft dürfte aber wohl die Achtgang-Automatik werden.

Günstiger Preis, fette Garantie
Mit dem neuen Jetta (der in Mexiko vom Band läuft) will VW nach der Diesel-Krise auf dem US-Markt durchstarten. Im zweiten Quartal 2018 kommt der Jetta ab 18.545 Dollar auf den Markt. Das sind umgerechnet zwar nur gut 15.200 Euro, es müssen allerdings lokale Steuern hinzugerechnet werden. Interessant übrigens aus Sicht von deutschen VW-Kunden: Für den Jetta gibt es ab Werk eine Sechs-Jahres-Garantie über 72.000 Meilen, rund 116.000 Kilometer. Ebenfalls 2018 startet der Arteon in den Vereinigten Staaten, 2019 folgen eine neue US-Version des Passat und ein weiteres SUV, beide auf MQB-Basis. Bis 2020 will VW sein Modellprogramm in Amerika erneuert haben, dann kommt zudem mit dem I.D. Crozz das erste Elektroauto der Marke.

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