Erprobungsfahrten mit neuem Porsche Cayenne

Als Erlkönig war der neue Porsche Cayenne schon Anfang 2017 zu sehen, nun veröffentlicht der Hersteller selbst Details von den Erprobungsfahrten. Die dritte Generation des SUVs hat demnächst Weltpremiere – allerdings nicht erst im September 2017 auf der IAA, sondern schon am 29. August im Porsche-Museum in Zuffenhausen.

Vollständige Neuentwicklung
Die Bilder zeigen, dass sich am Äußeren nur Details ändern. Zu den deutlichsten Änderungen gehören die nun feiner strukturierten Rückleuchten. Das Fahrzeug – intern E3 genannt – ist jedoch eine vollständige Neuentwicklung. Antrieb und Fahrwerk sowie Anzeige- und Bedienkonzept wurden neu konzipiert. Bei den Details hält sich Porsche noch bedeckt. Doch soll nun die gewichtsoptimierte MLB-evo-Plattform verwendet werden, auf der auch der Audi Q7, der Bentley Bentayga und der kommende VW Touareg basieren. Die Länge soll um zehn Zentimeter auf 4,95 Meter zunehmen. Bei den Antrieben soll ein Plug-in-System hinzukommen, zudem sollen die Diesel stärker werden, sagen die Auguren.

4,4 Millionen Kilometer
Neben Computer-Simulationen hat die reale Erprobung für Porsche weiterhin einen hohen Stellenwert. Der Testmarathon begann bereits 2014 mit so genannten Aggregateträgern und wurde anschließend mit Prototypen und Vorserienfahrzeugen bis heute fortgesetzt. Insgesamt legen die Autos dabei rund 4,4 Millionen Kilometer zurück.

Künstliche und reale Vibrationen
Das Auto muss unter anderem Dauertests auf so genannten Hydropulsern bestehen. Auf dieser hydraulischen Prüfanlage werden künstlich Vibrationen erzeugt, die Fahrwerk und Karosserie gleichermaßen zusetzen. Dazu kommen reale Betriebsfestigkeits-Tests on- und offroad auf dem Porsche-Gelände in Weissach und außerhalb. Innerhalb weniger Monate werden so bis zu 240.000 Kilometer pro Auto absolviert – im Schichtbetrieb.

Von der Nordschleife bis nach Neuseeland
Traditionell testet Porsche auch auf dem Hockenheimring und der Nürburgring-Nordschleife. In Italien rasen die Testwagen im Dauerbetrieb um den Hochgeschwindigkeitskurs von Nardò. Bei bis zu 50 Grad Hitze wird in den Dünen von Dubai und im amerikanischen Death Valley getestet, bei bis zu minus 45 Grad auf Eis und Schnee in Alaska. Dazu kommen noch der strapaziöse Stop-and-Go-Verkehr in schwül-heißen chinesischen Metropolen und Tests in Südafrika, Japan und Neuseeland.

Erfolgsmodell mit 7.000 Verkäufen jährlich
Der Cayenne verkaufte sich im Jahr 2016 mit etwas über 7.000 Stück in Deutschland nicht so gut wie der BMW X5 (9.000 Stück), der Audi Q7 (12.000 Stück) oder der Mercedes GLE (15.000 Stück). Der Grund dürften die recht hohen Preise sein: Den Cayenne gibt es erst ab knapp 71.000 Euro, während man den günstigsten GLE schon für unter 55.000 Euro bekommt. Trotz der eher niedrigen Stückzahlen in Deutschland spricht Porsche von einem Erfolgsmodell. Seit 2002 sei der Wagen (weltweit) mehr als 760.000 Mal verkauft worden.

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