Eine Studie zeigt: Die Deutschen wenden sich vom Diesel ab

Was bringt der Diesel-Gipfel von Autoindustrie und Bundesregierung? Vieles deutet darauf hin, dass sich die Minister mit Software-Updates begnügen. Doch unabhängig davon ist das Image des Diesels beschädigt, die Kunden sind verunsichert. Das zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts YouGov.

Autokunden sind verunsichert
Insgesamt 2.055 Personen ab 18 Jahren wurden befragt und diese Ergebnisse mit 100.000 Variablen vernetzt. 41 Prozent der Teilnehmer fühlen sich demnach in ihrem Vertrauen in die deutsche Automobilindustrie verunsichert. 44 Prozent halten einen Kauf eines Neuwagens derzeit nicht für sinnvoll. Aufgrund der öffentlichen Debatte haben sogar 12 Prozent der potentiellen Kunden die geplante Neuanschaffung verschoben. Gut ein Viertel aller Befragten (27 Prozent) liebäugeln inzwischen mit ausländischen Marken, ähnlich hoch ist der Prozentsatz bei Audi-, VW- und BMW-Besitzern.

Diesel-Anteil sinkt rapide
Rund ein Drittel denkt über alternative Antriebe wie Elektro, Gase oder Hybrid nach. Noch höher ist dieser Anteil übrigens im gewerblichen Flottenbetrieb und Fuhrparks: In Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern denkt mit 47% der Verantwortlichen bereits fast die Hälfte darüber nach, alternative Technologien einzusetzen. Doch zurück zur YouGov-Umfrage: 40 Prozent der Interviewten, die derzeit einen Diesel fahren, würden sich keinen Diesel mehr kaufen. Diese Verunsicherung untermauern die jüngsten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Demnach betrug der Benzineranteil an den Neuzulassungen im Juli 2017 56 Prozent, der Diesel sackt auf 40,5 Prozent ab. Im Vergleich zum Vormonat verlieren die Selbstzünder 12,7 Prozent, die fast komplett von den Benzinern aufgesogen werden. Kaum minder dramatisch ist die Veränderung zum Vorjahresmonat: Hier steht ein Minus von 6,6 Prozent.

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