Mercedes-AMG GT4: Die Rennversion des AMG GT R

Wie sieht volkstümlicher Motorsport aus? In der DTM, aus der Mercedes 2019 aussteigt, findet man ihn jedenfalls nicht. Allenfalls die Hüllen der Rennwagen erinnern noch an Serienmodelle, der Rest ist teure Rennsporttechnik. So mancher denkt wehmütig an den alten 190er zurück, dessen DTM-Varianten vieles mit dem normalen Straßenfahrzeug gemeinsam hatten. In gewisser Weise knüpft Mercedes nun daran an und zeigt den Mercedes-AMG GT4.

Einsteiger im Blick
Die Basis liefert der AMG GT R, mit dem GT4 hat man noch stärker als mit der ziemlich radikalen GT3-Version den Kundensport im Blick. ,Das GT4-Segment wird immer populärer. Die seriennahe Ausrichtung ist hier ein wichtiger Faktor – gerade wenn man als Team oder Fahrer in den Motorsport einsteigen möchte", so AMG-Chef Tobias Moers. In weltweiten Rennserien kann der GT4 zum Einsatz kommen, in Deutschland hat man die VLN-Langstreckenmeisterschaft und das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Visier.

Ein alter Bekannter
Wenden wir uns der Technik zu. Das Motto lautet hier: So seriennah wie möglich, aber auch so rennfertig wie nötig. Wenn Serienausstattung im Renneinsatz einen Kompromiss darstellt, wird sie ersetzt. Aber man möchte auch kein superkomplexes Monster erschaffen. So arbeitet unter der Haube mit ihrem großen Lufteinlass der bekannte Vierliter-Biturbo-V8. Bis zu 510 PS und 600 Newtonmeter sind möglich. In unter vier Sekunden soll es auf 100 km/h gehen, ein 120 Liter großer Tank ermöglicht es, lange auf der Piste zu bleiben.

Leichter durch Carbon
Das sequenzielle Sechsgang-Rennsportgetriebe des Mercedes-AMG GT4 ist nach dem Transaxle-Prinzip an der Hinterachse montiert und wird pneumatisch angesteuert. Hinzu kommt ein von außen einstellbares Sperrdifferenzial. Mit 1.390 Kilogramm Gewicht ist der GT4 rund 250 Kilo leichter als der R. Wie dieser weist auch der GT4 einen hohen Aluminiumanteil auf, hinzu kommen aber diverse Motorsportteile aus Verbundwerkstoff. Der Fahrer befindet sich in einer sogenannten ,Sicherheitszelle" aus Carbon, noch mehr Schutz bietet der Überrollkäfig aus hochfestem Stahl. Wem die Durchströmung des Innenraums mit Frischluft nicht ausreicht, der kann eine Klimaanlage ordern.

Zwar teuer, aber nicht maßlos
Optisch haut der GT4 weniger auf den Putz als sein kräftigerer GT3-Bruder. Natürlich gibt es trotzdem einen massiven, einstellbaren Heckflügel und eine Frontpartie mit aerodynamischen Maßnahmen. Ein breiter Splitter reduziert den Auftrieb an der Vorderachse, ebenso die seitlich an der Frontschürze angebrachten Flics. Und was kostet der ganze Spaß? Nun, 198.850 Euro sind im ersten Moment eine Ansage. Doch ein Aufpreis von 33.440 Euro gegenüber dem GT R ist nicht zu viel für eine reinrassige Motorsportversion.

Lesen Sie auch:

Weniger ist mehr