Rückruf für 850.000 Diesel mit V6 und V8

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Enthüllungen und Maßnahmen beim Thema Diesel-Pkw. Jetzt hat Audi einen riesigen Rückruf gestartet. Betroffen sind Dieselfahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 in Europa und anderen Märkten, nicht jedoch in den USA und Kanada. Bereits Anfang der Woche hatte Mercedes ein Software-Update für drei Millionen Fahrzeuge in Europa verkündet, welches den Daimler-Konzern rund 220 Millionen Euro kosten wird.

Auch Porsche- und VW-Modelle betroffen
Insgesamt können bis zu 850.000 Autos, die mit einem Sechs- und Achtzylinder-Dieselmotor ausgestattet sind (V6/V8 TDI, Euro 5/Euro 6), eine neue Software bekommen. Laut Audi wird hierdurch das Emissionsverhalten im realen Fahrbetrieb jenseits der bisherigen gesetzlichen Anforderungen weiter verbessert. Die Aktion wird in Deutschland in enger Abstimmung mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) erfolgen. Betroffen sind fast alle Audi-Baureihen vom A4 aufwärts bis zum Q7. Gleichzeitig gilt die Maßnahme auch für Modelle der Marken Porsche und Volkswagen, die mit baugleichen Motoren ausgerüstet sind, darunter der VW Touareg und der Porsche Cayenne. Die Software-Umrüstung wird für alle Kunden kostenfrei durchgeführt.

Alles im Dienste der Kunden?
Was sagt der Konzern selbst zur schwelenden Diesel-Problematik? Offiziell heißt es: ,Seit Monaten untersucht Audi mit Hochdruck alle Diesel-Konzepte auf etwaige Unregelmäßigkeiten. Jedem Hinweis wird nachgegangen und seit 2016 werden systematisch alle Motor- und Getriebevarianten überprüft. Sollten sich hieraus weitere Konsequenzen ergeben, wird Audi die erforderlichen technischen Lösungen als Teil des Nachrüstprogramms EU5/EU6 im Interesse der Kunden selbstverständlich zügig umsetzen." Im Klartext bedeutet das: Auch Vierzylinder-Diesel sind vor einem Rückruf nicht sicher, der dann aufgrund der Stückzahlen ähnlich wie bei Daimler Millionen Autobesitzer treffen könnte. Verschärft käme hinzu, dass durch die gemeinsame Entwicklung im Volkswagen-Konzern die Reichweite eines solchen Audi-Rückrufs enorme Ausmaße annähme. So gesehen, könnte selbst die üppige Zahl von 850.000 Dieselmotoren nur die Spitze des Eisbergs sein, um künftige Fahrverbote zu vermeiden. Mehr wird man nach dem ,Diesel-Gipfel" wissen, der unter Beteiligung der deutschen Autohersteller am 2. August 2017 im Bundesverkehrsministerium stattfindet.

Lesen Sie auch:

Audi rüstet nach