Offroad-Studie mit Wasserstoffantrieb will neue Wege aufzeigen

Geländewagen und so genannte SUVs sind ob ihres meist hohen Spritkonsums als wenig umweltfreundlich verschrien. In der Regel leiden die allradgetriebenen Dickschiffe unter zügelloser Trunksucht und tragen einen eben nicht unerheblichen Teil zur Vernichtung der Weltenergiereserven bei. Dennoch ist die allgemeine Faszination und gegenwärtige Marktresonanz bei Geländewagen hoch. Doch stehen diese Benzinvernichter angesichts der knapper werdenden Ölreserven vor einer ungewissen Zukunft. Längst macht sich deshalb die Autoindustrie Gedanken über umweltfreundlichere Allradler. So hat beispielsweise Arnold Schwarzenegger im Oktober 2004 als Gouverneur des US-Staates Kalifornien einen wasserstoffgetriebenen Hummer H2 als Dienstwagen in Betrieb genommen.

Nessie braucht Wasserstoff
Auch in Europa arbeitet die Automotive-Szene an umweltfreundlichen Lösungen für Geländewagen. So hat Italdesign Giugiaro jüngst die mit Wasserstoff angetriebene Studie eines sportlichen Offroaders vorgestellt. Premiere feierte der Nessie getaufte Prototyp Anfang März 2005 auf dem Autosalon in Genf.

Umweltfreundlicher V8-Motor
Der 4,60 Meter lange Nessie mit Mitsubishi-Markenemblem an Front und Heck und leichten Dakar-Anleihen, soll unter der Motorhaube ein voluminöses V8-Aggregat beherbergen. Doch statt Benzin verbrennt dieser Antrieb Wasserstoff. Die restliche Antriebstechnik ist hingegen konventionell: Ein Automatikgetriebe leitet die Motorkraft an alle vier Räder weiter. Über die Leistung, Anzahl der Gänge oder die Art des Allradantriebs gibt es von Giugiaro hingegen keine Angaben.

Sportliche Optik
Für einen kraftvollen Auftritt sorgen bei Nessie die weit ausgestellten Radhäuser und die gigantischen 22-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 305er-Reifen sowie die stark ausgeformten Seitenschweller in Alu-Optik. Ein besonders auffälliges Designelement sind die in das Türblech eingearbeiteten, breiten Glaselemente. Das ist nicht allein ein gestalterischer Kniff, sondern hat sogar eine Funktion: Bei schwierigen Fahrmanövern in der Stadt oder im Gelände kann dieser Ausblick für mehr Übersicht sorgen.

Optisch ein Zweitürer, praktisch ein Dreitürer
Von der Seite betrachtet fällt die sportliche und coupéhafte Seitenlinie der Studie auf. Optisch wirkt Nessie zwar wie ein Zweitürer, doch tatsächlich bietet die Studie auf der Beifahrerseite zwei Einstiegstüren. Die hintere Halbtür, die sich in Richtung Fahrtwind öffnet, soll den Fahrgästen im Fond den Einstieg erleichtern. Der Innenraum bietet vier vollwertige Sitzplätze. Alternativ kann Nessie sogar mit drei Sitzplätzen im Fond gebaut werden. Neben den üblichen Fahrinformationen soll das Cockpit ein GPS-Navigations-System, einen Monitor und einen Internetanschluss bieten.

Geht was rauf und rein
Ein auffälliges gestalterisches Element ist die vollständig aus Glas gefertigte Dachkonstruktion. Über dem Glasdach befindet sich eine pfeilartige Struktur aus massivem Metall, die zugleich als Überrollbügel und als Dachträger für Skier oder ähnliches dient. Verankert wurde der Dachträger an der Gürtellinie des hinteren Kotflügels. Um an den 370 Liter großen Kofferraum zu gelangen, kann das obere Glasteil unabhängig von der unteren Heckklappe geöffnet werden.
(mh)

Öko-Mitsubishi Nessie