Mit neuem Radarsystem soll die S-Klasse Unfälle voraussehen

Die S-Klasse gilt vielen als Inbegriff von Luxus und Status. Wer etwas auf sich hält, hat einen großen Sternträger in der Garage. Für Mercedes selbst ist die S-Klasse nicht nur ein Prestigeobjekt sondern auch ein wirtschaftlich wichtiges Modell. Die Zulassungszahlen sind jedoch in jüngster Zeit deutlich zurückgegangen. Ein Modellwechsel ist also dringend nötig. Im September 2005 wird die neue Generation auf der Frankfurter IAA ihre Weltpremiere feiern.

S-Klasse als kleiner Maybach
Entsprechend wächst auch die Spannung bei den Autofans: Wie viel Technik, wie viel Luxus, wie viel Dynamik bekommt die Neuauflage? Wird die S-Klasse gar ein kleiner und sportlicher Maybach? Bislang gingen durch die Presse einige Erlkönig-Fotos und Retuschen. Einen wirklich guten Ausblick auf die endgültige Optik des Mega-Stars gab es jedoch noch nicht. Auch Informationen über Ausstattung und Technik blieben bislang hinter dem Vorhang des Schweigens.

Zwei Geheimnisse werden gelüftet
Jetzt, fünf Monate vor der Premiere, hat Mercedes zunächst zwei Geheimnisse geliftet. Zu den Neuheiten der kommenden S-Klasse zählen unter anderem das verbesserte Insassenschutzsystem Pre-Safe und der vorausschauende Brems-Assistent Plus.

Vorausschauendes Bremsen
Nach Aussage von Mercedes soll der neue Bremsassistent für eine deutliche Minderung des Unfallrisikos sorgen. Die neue Technik arbeitet wie folgt: Der vorausschauende Brems-Assistent nutzt zwei Radarsysteme, um die Verkehrslage vor dem Auto zu beobachten. Das Distronic-Radar wird durch ein Nahbereichsradar ergänzt, das im Winkel von 80 Grad das unmittelbare Umfeld vor dem Fahrzeug abtastet. Die Reichweite der Radarstrahlen beträgt 150 Meter, sodass vorausfahrende Autos rechtzeitig erkannt werden. Verringert sich der Sicherheitsabstand berechnet das System aufgrund der Radarinformationen, welche Bremskraftunterstützung in der jeweiligen Fahrsituation notwendig ist, um einen drohenden Auffahrunfall zu vermeiden. Diesen Bremsdruck kann der Autofahrer sofort beim Tritt auf das Bremspedal abrufen. Dadurch soll nach Aussage von Mercedes bei Unfallgefahr eine noch bessere Bremswirkung erzielt werden.

Pre-Safe verbessert
Übersteigt die Bremsverzögerung ein bestimmtes Niveau, schaltet sich automatisch auch der vorsorgliche Insassenschutz Pre-Safe zu, den Mercedes-Benz ebenfalls weiterentwickelt hat. So wird die künftige S-Klasse neben den bisherigen Pre-Safe-Funktionen wie Gurtstraffung und Sitzpositionierung auch mit neuartigen Multikontursitzen ausgestattet, deren Luftpolster in Kissen und Lehne sich bei drohender Unfallgefahr automatisch aufpumpen. Diese Polster umschließen die Insassen, stützen sie ab und vergrößern dadurch beim Aufprall den Abstand zur Türinnenverkleidung. Der Sidebag kann deshalb eine noch größere Schutzwirkung entfalten. Auch die Fondeinzelsitze werden mit aufblasbaren Stützpolstern in den Rückenlehnen ausgestattet.

Seitenscheiben schließen automatisch
Zusätzlich integriert Mercedes künftig auch die Seitenscheiben in das präventive Schutzsystem. Sie werden vor einem drohenden Unfall automatisch geschossen, um den Windowbag beim Seitenaufprall oder beim Überschlag bestmöglich abzustützen. Zudem verringert sich bei geschlossenen Seitenscheiben das Risiko, dass die Insassen beim Unfall aus dem Fahrzeug geschleudert werden oder dass Gegenstände in den Innenraum eindringen.
(mh)

Die neue S-Klasse