Der sportliche Nordmann mit südländischem Feuer

Kurz bevor der Herbst kommt und der Sommer geht, steht Saabs neuester Spross in den deutschen Showrooms. Der vom Genfer Auto-Salon und der AMI in Leipzig bekannte 9-3 SportCombi wird dann endlich den Weg auf unsere Straßen finden, um sich dort mit den deutschen Platzhirschen zu messen. Und seine Chancen stehen nicht schlecht.

Fünf Benziner und zwei Diesel
Wer einen SportCombi anbietet, der muss auch sportliche Motoren im Programm haben. Und das hat Saab. Angefangen beim noch wenig spektakulären 1,8-Liter-Saugmotor mit 122 PS steigt das Angebot bei den Benzinern über drei 2,0-Liter-Turbomotoren mit 150, 175 und 210 PS bis zum neu entwickelten 2,8 Liter großen V6-Turbo mit 230 Pferdestärken. Dieser aus Aluminium gefertigte Motor mit variabler Ventilsteuerung und zweiflutigem Turbolader kommt allerdings nur im Topmodell Aero zum Einsatz. Bei den angebotenen Selbstzündern (TiD genannt) handelt es sich um die aus der Limousine bekannten und von Opel abstammenden 1,9-Liter-Aggregate mit Common-Rail-Einspritzung. Sie leisten im Saab 9-3 SportCombi 120 beziehungsweise 150 PS und verfügen über vier beziehungsweise acht Ventile. Ein wartungsfreier Partikelfilter und die Einstufung nach Euro-4-Norm sind bei beiden Dieseln Serie.

Schalten, oder schalten lassen
Das Angebot an Getriebeübersetzungen ist ähnlich vielfältig wie die Auswahl an Antriebsquellen. Neben einer Sechsgang-Automatik für das Spitzenmodell 2.8 V6 Turbo und den 150 PS TiD wird es eine ,5+2 Automatik" mit zwei Zwischengängen für die 210-PS-Variante geben. Für diese drei Motoren steht im 9-3 SportCombi außerdem ein Sechsgang-Schaltgetriebe zur Verfügung. Serie ist dies beim 2.8 V6 Turbo und dem 1.9 TiD mit 150 PS. Die anderen Motorisierungen sind ausschließlich mit Fünfgang-Schaltgetriebe zu haben.

Sportlichkeit bei Fahrwerk und Optik
Die Entwickler aus dem kühlen Norden haben sich Sportlichkeit auf die Fahne geschrieben. Der Heckspoiler, der bereits in der Serie am leicht nach hinten abfallenden Dach thront, sieht nicht nur dynamisch aus, er verhindert auch jeglichen Auftrieb an der Hinterachse. In Kombination mit einer Hinterrad-Lenkung und einem sportlich ausgelegten Fahrwerk soll trotz der Nachteile eines Kombis die Fahrdynamik der bekannten 9-3 Sport-Limousine entstehen. Und auch das Äußere hält diesem Anspruch stand. Bis zur Dachkante gezogene Heckleuchten in ,Milchglas-Optik" und winzige hintere Seitenscheiben lassen die Silhouette coupéhaft wirken. Die ansteigende Gürtellinie unterstreicht diesen Effekt noch.

Mittelmaß beim Laden
Mit lediglich 419 beziehungsweise 1.273 Litern Fassungsvermögen ist der SportCombi sicher kein Lademeister. Doch das will er auch gar nicht sein. Saab positioniert den neuen Kombi vielmehr in der ,Premium-Mittelklasse". Und hier sind andere Stärken gefragt. Ein aufstellbarer Kofferraumboden mit darunter liegendem Staufach, verstellbare Gepäcknetze und ein Skisack kennzeichnen den ebenen Laderaum. Der übrige Innenraum ist von der 9-3 Sport Limousine bekannt und wirkt hochwertig. Als Ausstattungsvarianten kann der Kunde zwischen ,Linear", ,Arc", ,Vectro" und ,Aero" wählen und diese mit hellem oder dunklem Ambiente kombinieren. Preise stehen leider noch nicht fest, werden sich aber bestimmt an bereits am Markt bekannten Größen orientieren.
(jk)

Saab 9-3 SportCombi