Mercer-Untersuchung ,Automobile Sicherheit"

Waren Gurt und Airbag die Meilensteine zu mehr passiver Sicherheit, so denken die Hersteller künftig zunehmend in Richtung aktiver Sicherheitssysteme, die helfen, Unfälle zu vermeiden. Das ergab eine Studie der Münchener Unternehmensberatung Mercer. Dabei wurden Automanager zur Zukunft der automobilen Sicherheit befragt.

Aktive Sicherheitssysteme nehmen zu
Einige aktive Systeme wie ABS-und ESP-Technik, Einparkhilfe oder Reifendruckkontrolle gibt es schon. Relativ neu sind die adaptive Geschwindigkeitsregelung und das mitlenkende Kurvenlicht. Hinzu kommen künftig intelligente Bremsen und Fahrwerke sowie Außensensoren. In Zukunft werden Abstandssensoren vor Auffahrunfällen und Straßensensoren vor Eis warnen. Spurführungshilfen sowie ein Stop-and-Go-Automat werden Autobahnfahrten komfortabler und Staus weniger unangenehm gestalten. Ein adaptives Licht passt die Straßenbeleuchtung automatisch an die vorherrschenden Verhältnisse an. Ein Einparkassistent fährt das Auto selbstständig in Parklücken. Nach einem Unfall wird die Benzinpumpe automatisch abgeschaltet. Bereits in naher Zukunft wird das heutige ESP mit Bremseingriff zu einem ESP II mit zusätzlichem Lenkeingriff weiterentwickelt.

All diese Neuerungen werden zuerst in den Modellen der Oberklasse eingeführt werden und dann mit Verzögerungen ihren Weg in den Massenmarkt finden, so die Studie.

Aktive mit passiver Sicherheit vernetzen
Neben Systemen zur Verbesserung der aktiven Sicherheit wird auch die Vernetzung von aktiven und passiven Komponenten in Zukunft wichtiger. Mit dem Pre-Safe-System der S-Klasse hat Mercedes ein erstes System dieser Art entwickelt. Weitere Systeme – etwa von Zulieferern wie Delphi oder Continental – werden folgen.

Fußgängerschutz wird weiterentwickelt
Auf dem Gebiet der passiven Sicherheit soll es deutliche Fortschritte auch für Fußgänger geben. Die EU plant, ab 2005 mehr Fußgängerschutz festzuschreiben. Heute existieren schon unterschiedliche, Erfolg versprechende Ansätze, so die Studie So testet man beispielsweise in die A-Säule integrierte Airbags, die einen Aufschlag von außen auf die Windschutzscheibe verhindern. Bei Ford, Honda und Mazda setzt man auf anhebbare Motorhauben, und DaimlerChrysler prüft den Einsatz flexiblerer Materialien, um das Verletzungsrisiko der Fußgänger zu verringern, so die Mercer-Studie.

Die Verbesserung der Sicherheitssysteme soll die Anzahl der Verkehrsopfer künftig deutlich reduzieren. Nahm die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland zwischen den 70er-Jahren und heute von 21.000 auf 7.000 ab, so erwartet man bis zum Jahr 2010 einen weiteren Rückgang um 30 Prozent.
(pk)

Bildergalerie: Zukunftsvisionen für mehr Sicherheit