Zwei Coupé-Cabriolets für den Alltag

Coupé-Cabriolets und Coupé-Roadster sind auf dem aufsteigenden Ast: Vom Opel Tigra Twintop bis zum Nissan Micra CC, vom Renault Mégane Coupé-Cabriolet bis zum VW Concept C, die Autos mit dem elektrisch ein- und ausfahrenden Metalldach haben Konjunktur.

Vorreiter-Cabrio
Den Anfang machte wohl der Mercedes SLK, aber in den eher bezahlbaren Regionen war der Peugeot 206 CC der Vorreiter. Bis heute ist das im Jahr 2001 eingeführte Auto das meistverkaufte Cabrio in Deutschland. Im Herbst 2003 kam der große Bruder 307 CC hinzu. Wir nehmen die Cabriosaison zum Anlass, beide Autos im Detail vorzustellen.

206 CC: Zwei Motoren, zwei Ausstattungen
In der Länge entspricht der 206 CC fast genau der Limousine. Aufgrund der stärker geneigten Frontscheibe ist das Coupé-Cabrio aber sechs Zentimeter niedriger. Den 206 CC gibt es in zwei verschiedenen Motorisierungen und zwei Ausstattungen. Der 206 CC 110 besitzt einen 1,6-Liter-Motor, der 109 PS leistet. Stärker ist der CC 135, der 136 PS aus 2,0 Litern Hubraum holt. Neben dem Basismodell 206 CC gibt es die Ausstattung Platinum, die sich durch eine Klimaautomatik, Scheinwerferreinigungsanlage, Sitzheizung vorne, Leder-Sportsitze, Alupedale und Leichtmetallfelgen von der Basisausstattung unterscheidet.

Sondermodell ab knapp 17.000 Euro
Das günstigste Modell des 206 CC ist das Sondermodell Filou für 16.990 Euro. Bereits dessen Basisausstattung ist recht umfangreich und umfasst nicht nur Front- und Seitenairbags, sondern auch ein ESP. Ausschließlich die Farbe Rot wird ohne Aufpreis geliefert, Silber oder Schwarz kosten 380 Euro. Das Basismodell für 18.390 Euro hat zusätzlich CD-Radio, Regensensor, Lichtautomatik und Sportsitze vorne.

Nur Euro-3-Abgasnorm
Beide angebotenen Motoren erfüllen nur die Euro-3-Norm. In der Limousine erfüllt wenigstens der 109-PS-Motor Euro 3 und D4 und ist damit steuerbefreit.
Das Kofferraumvolumen von 175 Litern im offenen Zustand erlaubt beim 206 CC kaum mehr als Kurztrips. Geschlossen sieht das anders aus: 410 Liter sind schon recht viel. Zum Vergleich: Als Limousine bietet der 206 in Normalkonfiguration 245 Liter Kofferraumvolumen.

Konkurrenten: Pluriel, Streetka, Smart und Mini
Direkte Konkurrenten hat der 206 CC bisher nicht, denn das CC-Konzept hat sich im Kleinwagenbereich noch nicht weiter verbreitet. Preislich benachbart sind der Citroën C3 Pluriel und der Ford Streetka. Den Pluriel gibt es als Sondermodell Gold Edition mit 109 PS für 16.610 Euro, also etwa ebenso viel wie der 206 CC 110 Filou kostet. Im Pluriel arbeitet der gleiche Motor wie im 206 CC 110; die Ausstattung ist vergleichbar. Den zweisitzigen Ford Streetka gibt es mit 95 PS für 16.990 Euro. Ebenfalls zweisitzig und mit 82 PS noch etwas schwächer ist der Smart Roadster, den man für 18.610 Euro bekommt. Das neue Mini One Cabrio schließlich kostet mit 90-PS-Motor 18.300 Euro.

307 CC: Der große Bruder
Neben dem 206 CC gibt es seit Herbst 2003 auch den 307 CC. Der große Bruder 307 CC ist mit 4,35 Metern rund 50 Zentimeter länger als der 206 CC. Der Gewichtsunterschied beträgt etwa 300 Kilo. Dementsprechend ist der 307 CC stärker motorisiert. Zwei Alternativen werden angeboten: den 307 CC 135 mit 136 PS und den 307 CC 180 Sport mit 177 PS. Außer durch den Motor unterscheidet sich der Sport durch die Ausstattung: Er hat zusätzlich einen Fünffach-CD-Wechsler, elektronische Einparkhilfe hinten, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und Sportsitze vorne.

Ab 24.800 Euro
Zu dem erst kürzlich gestarteten 307 CC hat Peugeot noch kein Sondermodell herausgebracht. Die günstigste Version 307 CC 135 kostet 24.800 Euro - das sind rund 4.500 Euro mehr als ein 206 CC mit dem gleichen Motor. Die Ausstattung des 307 CC ist in etwa dieselbe wie beim Basismodell des 206 CC. Etwas besser ist das Kofferraumvolumen: Es erreicht 204 Liter bei geschlossenem Verdeck und 350 Liter bei offenem.

Einziger Konkurrent Renault Mégane CC
Coupé-Cabrios in der Golf-Klasse gibt es bislang nur zwei: den 307 CC und das Renault Mégane Coupé-Cabrio. Der Dritte im Bunde kommt erst 2006 auf den Markt: ein VW mit Metallklappdach auf Golf-Basis - die Studie wurde unter der Bezeichnung Concept C vorgestellt. Den Renault, der als Besonderheit über ein versenkbares Hardtop aus Glas verfügt, gibt es mit 135-PS-Motor und Basisausstattung ab 23.100 Euro. Das sind 1.400 Euro weniger als der 307 CC 135, doch ist der Renault auch etwas schlechter als der Peugeot ausgestattet: Ihm fehlt das CD-Radio, und statt einer automatischen hat er nur eine manuelle Klimaanlage.

Auch 307 CC schon recht beliebt
Der 206 CC ist in Deutschland das beliebteste Cabrio - wir erwähnten es eingangs. Dass der 307 CC ihm nacheifert, lässt sich schon aus den Zulassungszahlen des ersten Quartals entnehmen: Hier führt der 206 CC, gefolgt von Mercedes SLK und BMW Z4. Auf Platz vier aber folgt bereits der 307 CC: Auch der große Bruder hat sich schon beliebt gemacht.

Praktische Urururenkel
Der Urvater der Coupé-Cabrios bei Peugeot war der 402 Eclipse von 1936. Schon damals baute man ein Auto mit versenkbarem Metalldach - auch wenn man es noch manuell bedienen musste. Was in den 30er-Jahren wohl eher eine verschrobene Idee war, ist heute Alltag: Die Urururenkel 206 CC und 307 CC sind praktische Autos für jeden Tag, die nicht einmal mehr kosten als herkömmliche Cabrios mit Softtop. Dass diese Autos auch für Otto Normalbürger erschwinglich sind, zeigt das Sondermodell 206 CC Filou: Es kostet mit knapp 17.000 Euro kaum mehr als die günstigste VW-Golf-Limousine mit Dieselmotor.
(sl)

Bildergalerie: Chapeau claque im Doppelpack