Jetzt geht der edle Sportwagen als geschlossener GT in Serie

Der Bau exquisiter, handgefertigter Sportwagen mit rassiger und klassischer Optik ist eigentlich eine Spezialität der Briten. Caterham, Morgan, Lotus und TVR sind die klangvollsten Marken des individualisierten Autobaus. In dieser Riege macht sich aber auch seit einiger Zeit eine deutsche Manufaktur einen Namen: Die Firma Wiesmann aus dem münsterländischen Dülmen. Seit über zehn Jahren baut die Edelschmiede seinen ausnehmend schönen Roadster. Bereits über 400 Fahrzeuge wurden auf die Straße gebracht die allein schon beweisen, dass das ehrgeizige Projekt keine Eintagsfliege ist, sondern sich Wiesmann als Automarke etablieren konnte.

Zweite Baureihe kommt
Mehr noch, bei Wiesmann wird bereits seit einiger Zeit an einer zweiten Karosserievariante gearbeitet. Bereits im September 2003 stellten die Dülmener auf der IAA in Frankfurt mit dem GT den Prototypen dieser geschlossenen Version vor. Optisch hat der rassige Deutschländer die Formensprache vom Roadster übernommen und damit für eine ausnehmend positive Reaktion auf der IAA gesorgt. Jetzt, 20 Monate später, geht der GT endlich in Serie.

Größerer Motor, größere Karosserie
Obwohl eng mit dem Roadster verwandt, musste der GT aufgrund des größeren V8-Motors in allen Dimensionen wachsen. In der Höhe (1,19 Meter) überragt er den offenen Wiesmann um drei, in der Breite (1,85 Meter) um elf und in der Länge (4,23 Meter) gar um 37 Zentimeter. Gleichzeitig wurde der Tank von 60 auf 70 Liter vergrößert. Trotz Größenzuwachs bietet der Kofferraum des GT lediglich Platz für 250 Liter Gepäck.

Potenter V8
Unter der Haube des neuen Wiesmann arbeitet erstmalig ein potenter V8-Motor aus dem Hause BMW. Das Triebwerk mit 4,8 Litern Hubraum leistet souveräne 367 PS und 490 Newtonmeter bei nur 3.400 Umdrehungen. Der 1.190 Kilo schwere Hecktriebler schafft es in Kombination mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe in lediglich 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Die Spitzengeschwindigkeit gibt Wiesmann mit 280 km/h an. Das niedrige Gewicht verdankt der GT unter anderem seinem Aluminium-Monocoques und einer Karosserie aus glasfaserverstärktem Verbundwerkstoff.

Sportliche Fahrwerkskomponenten Den Kontakt zur Fahrbahn vermitteln wahlweise 18- oder 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifen der Größe 245/35 und 275/30. Doppelquerlenker und Einzelradaufhängung sind die optimalen Fahrwerkszutaten für ambitionierte Kurvenfreuden. Die ABS-Bremsen mit 332er-Scheiben vorne und 328er hinten dürften für gute Bremswerte sorgen. Zur aktiven Sicherheit verhelfen dem GT außerdem ESP. Jedoch geizt der Sportwagen bei der passiven Sicherheit. So sind nicht einmal Airbags an Bord.

Für Großverdiener
Ansonsten bietet der GT eine recht umfangreiche Komfortausstattung. Viel Leder, sieben schicke Rundinstrumente, elektrische Fensterheber, ein Navigationsradio, eine Klimaanlage und Xenon-Scheinwerfer gehören zur Serienausstattung. Diese lässt sich Wiesmann jedoch mitsamt dem GT teuer bezahlen: Für diesen Traumwagen made in Germany werden mindestens 107.000 Euro fällig. Den Roadster mit 231 PS starkem V6-Motor wird es übrigens weiterhin geben, für mindestens 88.900 Euro.
(mh)

Bildergalerie: Ganz schön fies Mann