Durch höheren Druck zu mehr Fahrspaß und weniger Abgasen

Dass Druck nicht schlecht ist, wissen wir spätestens seit Erfindung des Turbo-Motors und der Einspritzung. Dass ein wenig mehr Druck noch besser ist, beweisen die Techniker von Renault. So erfahren die Selbstzünder in Mégane und Scénic durch eine Erhöhung des Einspritz- und Turboladerdrucks eine Leistungssteigerung.

Mit 130 Diesel-PS auf Tempo 200
Speerspitze der Diesel-Motorisierung bei Renault ist der erstarkte 1.9 dCi. In der neuesten Ausbaustufe leistet der 1,9 Liter große Selbstzünder dank höherem Einspritz- und Turbodruck stramme 130 PS. Die 120 Pferdestärken beim Vorgänger werden somit um 10 PS übertroffen. Das maximale Drehmoment des starken Diesels beträgt 300 Newtonmeter und liegt bei 2.000 Umdrehungen in der Minute an. So gerüstet soll der Spurt auf Tempo 100 nach glatten neun Sekunden erledigt sein. Der größere Ableger des Mégane – der Scénic – benötigt für die Sprintdistanz 9,6 Sekunden.

Sauber und sparsam
Sowohl der Mégane als auch der Scénic verbrennen dank der höheren Drücke sauberer und erfüllen jetzt die Euro 4 Abgas-Norm. Außerdem verfügen beide Modelle in Kombination mit dem 1.9 dCi über einen Rußpartikelfilter. Im dreitürigen Mégane soll der Verbrauch bei 5,6 Litern Diesel und somit auf dem Niveau des Vorgängers liegen. Im größeren Scénic fließen 6,0 Liter durch die Leitungen.

Mehr Power für die Kleinen
Wem der 1.9 dCi zu kostspielig ist, der kann auch auf die erstarkten 1,5-Liter-Motoren zurückgreifen. Sie leisten jetzt 86 beziehungsweise 106 PS. Somit beläuft sich die Leistungssteigerung zu den Vorläufermodellen auf vier Pferdestärken. Wichtiger ist jedoch der Normverbrauch, den Renault für den dreitürigen Mégane mit 4,5 Litern Diesel auf hundert Kilometer angibt. Im auf der gleichen Plattform basierenden Scénic genehmigt sich der Motor 5,2 Liter. Weiterer Vorteil der Modifikation: Auch der 1.5 dCi erfüllt jetzt die Euro-4-Abgasnorm.

Druck allein macht nicht glücklich
Die Erhöhung des Lade- und Einspritzdrucks allein ist nicht seeligmachend. Daher haben die Techniker von Renault auch die Brennäume der Diesel-Aggregate überarbeitet. Durch eine Verfeinerung von Verbrennung und Voreinspritzung erreichen sie außerdem eine Erhöhung der Laufkultur. Vor allem die verwendeten Sechsloch-Einspritzdüsen mit Piezo-Technik eröffnen auf diesem Gebiet neue Möglichkeiten. Sie schließen viermal schneller als herkömmliche Einspritzdüsen. Somit sind mehrere Einspritzvorgänge und ein präziserer Einspritzzeitpunkt realisierbar.

Preislich fast alles beim Alten
Trotz der Mehrleistung soll der Kunde für die neuen Motoren nur unwesentlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Für die Kombination mit dem 1.9 dCi werden 400 Euro Aufpreis veranschlagt. Grund: Der neue Rußpartikelfilter. Somit steht der 1.9 dCi Mégane Avantage als Dreitürer ab 19.300 Euro in der Preisliste. Im größeren Scénic beginnen die Preise für den großen Diesel bei 22.500 Euro. Für Mégane und Scénic mit dem 1,5 Liter großen Selbstzünder veranschlagt Renault Preise ab 15.600 Euro. Mehrpreis zum Vorgänger: 200 Euro.
(jk)

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