Aus Ingolstadt kommt der PS-stärkste Diesel in einem Serien-PKW

Mit dem 326 PS starken A8 4.2 TDI quattro setzt sich Audi die Diesel-Krone auf. Seit dem 2. Juni 2005 kann die Luxuslimousine mit Aluminium-Karosserie, Allrad-Antrieb und Singleframe-Grill beim Händler bestellt werden. Zu einem Preis ab 81.000 Euro ist der Diesel-König im Gewand des A8 zwar kein Schnäppchen, der Abstand zur schwächeren Konkurrenz bleibt aber bescheiden.

Mehr Leistung und weniger Gewicht
Der neu entwickelte, 4,2 Liter große Achtzylinder-Motor mit Biturbo-Aufladung, bringt 15 Kilogramm weniger als sein Vorläufer auf die Waage und baut mit einer Länge von 520 Millimetern sehr kompakt. Gleichzeitig mobilisiert das neue Aggregat 51 PS mehr als die bisherige Diesel-Topmotorrisierung, der 4.0 TDI. Die beim 4.2 TDI bereitgestellten 326 Pferdestärken beschleunigen den A8 in 5,9 Sekunden auf Tempo 100. Somit hat zum ersten Mal eine Diesel-Limousine dieser Größenordnung die sechs-Sekunden-Grenze durchbrochen. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 250 Stundenkilometer begrenzt.

Standfester Kettenantrieb und Bi-Turbo
Der 4.2 TDI besitzt, wie schon der 3.0 und der 2.7 TDI, einen Kettenantrieb für Nockenwellen und Nebenaggregate. Durch die Positionierung der Ketten auf der Getriebeseite des Motors trägt diese technische Neuerung bei Audi zur kompakten Bauweise des V8-Diesels bei. Zwei Turbolader mit variabler Turbinengeometrie drücken mit maximal 2,5 bar Luft in die Brennräume. Jedem der beiden Lader ist ein Ladeluftkühler vorgeschaltet, was zu einer höheren Leistungsausbeute führt.

Selbstzünder auf Knopfdruck
Erwachte die Kraft im A8 bisher nur bei den Modellen mit Ottomotor auf Knopfdruck, ist dies jetzt auch beim 4.2 TDI möglich. Ein Steuergerät von Bosch regelt alle zugeführten Mengen, Ansteuerbeginn, Ladedruck und Abgasrückführung und macht das Starten mit einem Finger erst möglich. Ebenfalls von Bosch entwickelt, und im A8 für die Einspritzung zuständig, sind Piezo-Inline-Injektoren. Sie ermöglichen deutlich kleinere und exakter dosierte Einspritzmengen. Des Weiteren kann die neue Technologie viel schneller reagieren als herkömmliche Common-Rail-Düsen. Dies macht es beim neuen 4.2 TDI möglich, die Anzahl der Einspritzvorgänge je nach Drehzahlbereich exakt einzustellen. Im Unteren Drehzahlbereich gibt es zusätzlich zur Haupteinspritzung eine doppelte, im mittleren Bereich eine einfache Voreinspritzung. Vor allem die Motorakustik soll von der neuen Technik profitieren und den Motor leiser und laufruhiger machen.

Serienmäßiger Partikelfilter
Serienmäßig ist der A8 4.2 TDI quattro mit permanentem Allradantrieb und 6-stufiger tiptronic kombiniert. Er soll durchschnittlich 9,4 Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer verbrauchen. Mit einer Tankfüllung würden somit mehr als 950 Kilometer ohne Stopp möglich sein. Serienmäßig ist die Luxuslimousine mit einem Dieselpartikelfilter ausgestattet, der ohne Additiv arbeitet und ein Fahrzeugleben lang ohne Service auskommen soll.

Die starke Konkurrenz
Wird Stärke durch PS ausgedrückt, so hat sich der 4.2 TDI die Spitze des Diesel-Olymps gesichert. Kraft und Stärke spiegeln sich jedoch auch im Drehmoment wieder. Und hier lässt der 314 PS starke 420 CDI aus dem Hause Mercedes den großen Audi hinter sich. Stemmt der V8 aus Ingoldstadt 650 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, sind es beim neuesten Wurf aus Stuttgart deren 730. In die goldene Mitte zwischen Audi und Mercedes fährt mit 700 Newtonmetern und 300 PS der ebenfalls neu vorgestellte 745d von BMW.
(jk)

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