800-PS-Bolide für private Rennwagen-Tester mit dickem Konto

Ferrari bietet besonders betuchten Kunden ab Ende 2005 ein äußerst exklusives Paket an: Mit dem Erwerb des auf 20 Stück limitierten FXX wird man zugleich technisch beratendes Mitglied im Ferrari-Team. Konkret engagiert man sich damit als semiprofessioneller Testfahrer und darf so auf künftige Entwicklungen im Hause Ferrari einwirken. Nicht mehr nur einfacher Kunde, sondern auf Augenhöhe mit Testfahrern wie Michael Schumacher, so lautet also das Motto beim FXX. Für diesen Wunsch muss man jedoch 1,5 Millionen Euro (exklusive Steuern) hinblättern.

Mit 800 PS auf den Rennstrecken Europas
Für dieses Geld darf der Kunde zunächst einen Fahrerlehrgang auf der Ferrari-Teststrecke in Fiorano absolvieren. In den darauf folgenden zwei Jahren fährt man im eigenen FXX auf verschiedenen Rennstrecken in Europa. Der auf dem Enzo basierende, reinrassige Renner wird übrigens nicht für den Straßenverkehr homologiert. Er ist allein für den Einsatz auf gesperrten Strecken ausgelegt. Und für diesen Einsatzort ist der Bolide bestens bestückt: Aus seinem V12-Motor mit 6.262 Kubikzentimetern Hubraum werden satte 800 PS bei 8.500 Umdrehungen mobilisiert. Das dürfte für einen Sprint auf 100 km/h in knapp drei Sekunden reichen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt voraussichtlich deutlich über 350 km/h.

Für den Renneinsatz optimiert
Der FXX kann nicht nur schnell fahren, sondern auch schnell schalten. Die Gänge wechselt er in knapp zehn Millisekunden, also ähnlich fix wie ein echter Formel-1-Rennwagen. In einigen Details wurde der FXX gegenüber dem Enzo auf die deutlich höhere Leistung hin angepasst. Unter anderem wurden von Bridgestone eigene 19-Zoll-Slicks entwickelt. Brembo hat zudem ein spezielles Kühlsystem für die extragroßen Keramikbremsen beigesteuert. Obwohl ein Fahrzeug für die Rennstrecke, ist der FXX mit zwei Sitzen ausgestattet und erlaubt somit auch zwei Personen dieses einzigartige Fahrerlebnis.

Ein Stück Ferrari werden
Bei allen Testfahrten werden übrigens zahlreiche Daten von Ferrari aufgezeichnet. Daten, die unter anderem dazu genutzt werden, kommende Supersportler in Maranello zu entwickeln. Nüchtern betrachtet erwirbt der Kunde mit dem FXX also für viel Geld einen Rennstrecken-Boliden, der den Ferraristis zu Testzwecken dient. Klingt irgendwie paradox. Aber zumindest wird man mit seinem persönlichen Engagement nicht nur viel Fahrspaß und Faszination erleben, sondern kann sich als FXX-Tester in kommenden Modellen verewigen und somit ein Stück Ferrari werden.
(mh)

Adrenalin pur: Ferrari FXX