Kristensen siegt, Mitfavorit Biela nur Fünfter

Ein Dreifach-Erfolg für Audi und ein Rekord für Pilot Tom Kristensen: Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans wurde zu einem Fest für den Autobauer aus Ingolstadt. Dagegen verpasste Mitfavorit Frank Biela aus Neuss nach seinen Siegen 2000, 2001 und 2002 in diesem Jahr das Podest, er wurde nur Fünfter.

Audi mit fünftem Le-Mans-Sieg in Serie
Freuen konnte sich aber Marco Werner aus Dortmund, der mit seinen Teamkollegen JJ Lehto (Finnland) und Emanuele Pirro (Italien) Rang drei belegte. Kristensen siegte zusammen mit seinen Teamkollegen Rinaldo Capello (Italien) und Seiji Ara (Japan) im Audi R8 und feierte damit den fünften Sieg beim französischen Langstreckenklassiker hintereinander - das gelang vor ihm noch keinem Fahrer. Gleichzeitig zog der 36 Jahre alte Däne durch seinen sechsten Sieg mit dem Belgier Jacky Ickx gleich, der es bisher als Einziger geschafft hatte, sechs Mal in Le Mans zu gewinnen.

Johnny Herbert Zweiter
Den zweiten Platz belegte das Trio Johnny Herbert, Jamie Davis und Guy Smith (alle Großbritannien). Ex-Formel-1-Pilot Herbert wurde zum dritten Mal hintereinander Zweiter, muss also weiter auf seinen ersten Sieg beim Langstreckenklassiker an der Sarthe warten. Dabei lagen Herbert und seine Kollegen in der Nacht noch in Führung, fielen aber am Morgen wegen einer Reparatur an der Hinterradaufhängung zurück.

Platz drei für Marco Werner
Nach kräftezehrenden 379 Runden und 5173,35 km war Kristensen die Erschöpfung, aber auch die Freude anzumerken: "Ich war Teil eines großartigen Teams", kommentierte er seinen Erfolg. Während Kristensen nahezu ständig im Spitzenfeld mitfahren konnte, war Rang drei für Marco Werner eine Überraschung: Gleich in der Anfangsphase waren der Dortmunder und seine Mannschaft wegen eines Unfalls weit zurückgefallen, doch sie kämpften sich von Rang 41 wieder in die Spitzengruppe vor. "Ich hab da nicht mehr dran geglaubt, das Auto war zu stark beschädigt", sagte Werner, der das Rennen als äußerst hart empfand. "Jeder ist unter Druck gefahren, jeder hat ein paar Fehler gemacht. Ich denke, das war eines der härtesten Rennen."

Biela-Team nach Unfall nur zu zweit
Noch dramatischer war der Rennverlauf für Frank Biela, der eigentlich auf seinen vierten Le-Mans-Erfolg spekuliert hatte. Sein Team war ebenfalls zu Beginn in einen Unfall verwickelt. Weil die Ärzte Bielas Teamkollegen Allan McNish (Großbritannien) von einer Weiterfahrt abgeraten hatten, fuhren Biela und Pierre Kaffer (Burgbrohl) zu zweit weiter. Das traditionsreiche Rennen gilt als extremer Härtetest für Fahrer und Autos. Ein Fahrer darf maximal 14 Stunden fahren, davon höchstens vier Stunden durchgehend.
(dpa/sl)

Dreifach-Erfolg für Audi