Striezel Stuck siegt beim 24-Stunden-Rennen vor Boris Said

BMW hat dem typischen Eifel-Wetter am besten getrotzt und das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mit einem Doppelsieg beendet. Hans-Joachim Stuck (Ellmau), Pedro Lamy (Portugal) sowie Dirk und Jörg Müller (beide Monaco) zeigten sich von den Wetterkapriolen unbeeindruckt und siegten nach 143 Runden mit dem M3 GTR vor ihren Stallgefährten Boris Said (USA) und Duncan Huisman (Niederlande), die Unterstützung von Stuck und Lamy erhalten hatten.

Schmach gelöscht
BMW löschte damit die Schmach vom Vorjahr, als beide M3 ausfielen. Mit aufs Treppchen durfte das Quartett Olaf Manthey (Meuspath), Lucas Luhr (Monaco), Arno Klasen (Karlshausen) und Timo Bernhard (Dittweller) im Porsche 911 GT3.

Dramatik schon in der Startphase
Die 32. Auflage des Langstreckenklassikers in der "Grünen Hölle" ließ 220 000 Zuschauer, Fahrer und Teams kaum zur Ruhe kommen. Dramatik herrschte schon in der Startphase. Im Minutentakt wechselten die Witterungsbedingungen und ließen die Reifenwahl zum Pokerspiel werden. Favoriten "trugen" ihre Tourenwagen wie rohe Eier über die 24,358 Kilometer lange Strecke aus Kurzanbindung Grand-Prix-Kurs und Nordschleife zurück in die Box, weil sie sich vom Sonnenschein bei der Startaufstellung blenden ließen und profillose Reifen gewählt hatten.

"Wie beim Wasserskilaufen"
Das Wechselspiel von Trockenheit und starkem Regen hielt auch in den Nachtstunden an. Oft herrschte in der Boxengasse mehr Betrieb als auf der Rennstrecke. "Man fühlt sich wie beim Wasserskilaufen", sagte Stuck. Die meisten Unfälle endeten glimpflich.

Stuck spielt seine Routine aus
Für den 53-Jährigen mit Spitznamen "Striezel" war es der dritte Erfolg in der Eifel. 1970 hatte der lange Grainauer mit Clemens Schickedanz die Premiere in einem BMW 2002 ti gewonnen, 1998 war er beim einzigen Sieg eines Diesels mit von der Partie. Stuck spielte vor allem in der Nacht seine ganze Routine aus. "Die Bedingungen sind irre. Selbst mit Regenreifen ist es schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten", erklärte Stuck.

Opel ohne Glück
"Unsere Fahrzeuge laufen perfekt, auch mit der Reifenwahl lagen wir richtig", freute sich Manager Charly Lamm vom BMW-Team Schnitzer. So viel Glück hatte Titelverteidiger Opel in diesem Jahr nicht. Schon in der turbulenten Startphase hatten die Rüsselsheimer mit profillosen Reifen die falsche Entscheidung getroffen. In der Nacht sorgten zwei Dreher mit Leitplanken-Berührung sowie eine gebrochene Radaufhängung für lange Reparaturzeiten. Zur Spitze fehlten der Startnummer 1 auf Rang 10 am Ende 14 Runden. Das zweite Astra V8 Coupé musste kurz vor Mitternacht mit Totalschaden abgestellt werden.

Porsche-Team ausgeschieden
Auch der im Training dominierende Porsche 996 Turbo der Brüder Jürgen und Uwe Alzen (Klausen/Betzdorf) sowie "Nürburgring-König" Klaus Ludwig (Roisdorf) und Michael Bartels (Monaco) verlor schon in der ersten Runde an Boden. Als dann noch ein Plattfuß hinzukam, waren alle Siegchancen dahin. Aber das Porsche-Team kämpfte sich aus den hinteren Regionen noch auf Rang 6 vor und schied zwei Stunden vor Rennende aus.
(dpa/sl)

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