Die Superflunder startet in die Erprobung und im Herbst ins erste Rennen

Mitte April 2005 kündigte Porsche einen Rennsportwagen für den Kundeneinsatz in der LMP2 (Le Mans Prototyp 2)-Kategorie der American Le Mans Series (ALMS) an. Bereits jetzt begibt sich Porsche mit diesem Projekt in die entscheidende Umsetzungsphase. Die ersten Funktionstestläufe mit dem Prototypen seien bereits erfolgreich abgeschlossen und damit habe die praktische Erprobung des neuen Rennfahrzeugs offiziell begonnen, so Porsche.

480 PS starke V8-Power
Angetrieben wird der Prototyp von einem 90-Grad-V8-Motor, der aus 3,4 Litern Hubraum eine Leistung von 480 PS mobilisiert. Der Vierventiler verfügt über eine Trockensumpfschmierung und Einzeldrosselklappen. Das sequentielle, kompakt bauende Sechsgang-Klauengetriebe mit einer Dreischeiben-Kohlefaser-Kupplung ist als mittragendes Teil in das Chassis integriert und wird über Schalter am Lenkrad betätigt. Der Prototyp verfügt über ein Kohlefaser-Monocoque. An diese steife und leichte Struktur sind Doppeldreieckslenker für die vordere und hintere Radaufhängung angelenkt, die mit einstellbaren Federn, Querstabilisatoren und Stoßdämpfern ausgestattet sind.

Mega-Stopper
Für die beim harten Motorsport-Einsatz notwendige Verzögerung sorgt eine Bremsanlage mit Doppel-Hauptbremszylindern, variabler Bremskraftverteilung und innenbelüfteten Kohlefaser-Scheiben, die vorne 380 Millimeter und hinten 355 Millimeter messen. Als fester, von Beginn an mit einbezogener Entwicklungspartner liefert Michelin die Rennreifen für den neuen Prototypen von Porsche.

Konsequenter Leichtbau, aber nicht um jeden Preis
Dem ALMS-Reglement für 2006 entsprechend wiegt der neue Porsche LMP2 nur 750 Kilogramm. Dahinter steckt ein aufwendiges und teures Leichtbau-Konzept. Da der Prototyp später auch im Kundensport zum Einsatz kommen soll, hatten die Entwicklungsingenieure die Vorgabe, auf den umfangreichen Einsatz exotischer und damit sehr teurer Materialien zu verzichten.

Erster Start am 1. Oktober
Ausschließlich Penske Motorsports wird den neuen Prototypen von Porsche in seiner ersten vollen Rennsaison fahren. Nach jetziger Planung wird das Penske-Team das neu entwickelte Fahrzeug zunächst bei zwei Testrennen in der ALMS-Rennsaison 2005 einsetzen: am 1. Oktober beim ,Petit Le Mans"-Rennen in Road Atlanta und am 16. Oktober im letzten ALMS-Lauf dieses Jahres in Laguna Seca. In der anschließenden Saison 2006 geht der Rennwagen dann von Beginn an bei sämtlichen Rennen an den Start.
(mh)

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