Wir zeigen Ihnen schon jetzt Autos, die im September 2005 vorgestellt werden

Am 15. September 2005 öffnet die wichtigste Automesse des Jahres bis zum 25. September ihre Pforten: die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt. In unserer Vorschau zeigen wir Ihnen, welche Neuvorstellungen zu erwarten sind.

Deutsche Hersteller
Die Hausmacht auf der IAA haben die deutschen Hersteller. Deswegen gibt es bei ihnen jede Menge zu sehen. Audi zeigt den bereits seit längerem avisierten Offroader namens Q7, die Serienversion der Studie Pikes Peak quattro. Der Bruder des VW Touareg soll Anfang 2006 an den Start rollen. Das A4 Cabrio bekommt den Singleframe-Kühlergrill, der unter anderem vom A3 Sportback bekannt ist. Unsicherer ist, ob es bereits in Frankfurt den Allroad quattro zu sehen gibt: Die Studie stand im Januar 2005 auf der Automesse in Detroit. Und eine weitere Version des A6 könnte zu sehen sein: der S6. Von ihm kursieren bereits Erlkönigfotos.

Bei BMW, dem zweiten bayerischen Hersteller, sind ebenfalls einige Highlights zu verzeichnen. Dazu zählt der 3er Touring, der parallel zur Messe in den Markt startet. Das Auto hat nun etwas mehr Kofferraum und – bis zur A-Säule – die Optik der 3er Limousine. Noch ungewiss ist, ob das Coupé derselben Baureihe in Frankfurt steht – Erlkönigfotos gibt es jedenfalls bereits. Weitere Wackelkandidaten sind das M6 Cabrio mit dem aus dem Coupé bekannten, 507 PS starken Zehnzylinder und der Roadster Z4 in sportlicher M-Optik.

Der Ford Focus ST 220 kommt Ende 2005 auf den Markt, also werden wir die Sportversion des Dreitürers auch in Frankfurt bewundern können. Bei Ford steht im Sommer ein Facelift des Fiesta an – und dann wird er wohl auf der IAA stehen. Gut möglich auch, dass wir bereits die Serienversion des Coupé-Cabriolets Focus Vignale zu Gesicht bekommen. Dieses Auto wollen Ford und Pininfarina bis 2006 zur Serienreife bringen.

Ein weiteres Highlight wird die Serienversion des beim Genfer Autosalon im März 2005 gezeigten Sport Activity Vehicle (SAV) sein. Wie der Van heißen wird, und ob er vielleicht den Galaxy beerben wird, ist aber noch nicht klar. Doch er soll drei elektrisch verschiebbare Einzelsitze im Fond bekommen. Ein besonderer Mechanismus sorgt für maximale Bewegungsfreiheit der Passagiere. Dazu rückt der mittlere Sitz nach hinten, die beiden äußeren nach innen.

Bei Mercedes steht als Highlight die R-Klasse fest, die der große Bruder der B-Klasse werden soll. Der über fünf Meter lange Van wird serienmäßig an beiden Achsen angetrieben. Drei Motoren zwischen 224 und 306 PS sollen angeboten werden. Den Einstieg bildet der R 350 mit dem 272 PS starken V6-Benziner, der seit Ende 2004 in der E-Klasse arbeitet. Denselben Motor bekommt auch die neue Version der S-Klasse, die ebenfalls in die Frankfurter Messehallen kommen soll. Die existierenden Erlkönigaufnahmen zeigen ein Fahrzeug mit deutlich ansteigender Motorhaube. Das auf der S-Klasse basierende Coupé, die CL-Klasse, könnte direkt daneben stehen, obwohl dies noch nicht bestätigt wird.

Dass es demnächst ein weiteres SUV-Fahrzeug von Mercedes geben wird, ist schon sicher; es soll in Bremen gebaut werden. Dass das Auto mit dem möglichen Namen ,MLK-Klasse" aber schon in Frankfurt zu sehen sein wird, ist eher unwahrscheinlich.

Opel zeigt in Frankfurt die Coupé-Cabrio-Version des Astra, den Astra Twintop. Das Auto wird wie der kleine Bruder Tigra Twintop ein elektrisch bedientes Stahldach haben – diese Karosserieart macht immer mehr Karriere. Spektakulär und für das Image der Rüsselsheimer Marke sicher positiv wäre es auch, wenn die neue Version des Speedster gezeigt würde. Sie soll auf dem Sky basieren, einem Roadster, den die General-Motors-Marke Saturn Anfang 2006 in den USA auf den Markt bringen will. Doch da die deutsche Variante erst 2007 auf den Markt kommen soll, wäre eine Präsentation auf der IAA wohl verfrüht. Der facegeliftete Vectra, der mit dem Modelljahr 2006 eingeführt wird, soll optische Ähnlichkeiten mit dem Astra haben. Von dem Offroader Frontera schließlich sind derzeit schon Erlkönige zu beobachten – auch dieses Auto könnte zu sehen sein.

Dass Porsche die Coupé-Version des Boxsters an den Main mitbringen will, und dass sie Cayman S heißen wird, ist schon sicher. Unter der Haube wird ein 3,4-Liter-Sechszylinder-Boxer arbeiten, der 295 PS leistet – eine modifizierte Version des etwas kleineren und schwächeren Motors im Boxster S. Das neue Coupé dürfte etwa 60.000 Euro kosten. Daneben könnte das Facelift des erfolgreichen Geländewagens Cayenne zu sehen sein, von dem bereits Erlkönige auf deutschen Straßen herumfahren.

Volkswagen bringt parallel zum Opel Astra Twintop ein Konkurrenzmodell. Als Studie hieß das Auto Concept C, als Serienauto wird man es vielleicht Golf Cabrio nennen. Wie der Rüsselsheimer Wettbewerber hat das Auto ein Metallklappdach. Außerdem kommt die allradgetriebene Sportversion des Golf namens R32 mit einem mindestens 250 PS starken Motor, der das Auto in etwa sechs Sekunden auf Tempo 100 bringen soll. Unsicher ist das Erscheinen des facegelifteten New Beetle in Frankfurt. Das Auto soll einige Elemente der Studie Ragster bekommen. Außerdem könnten die Kombiversion des neuen Passat sowie der neue VW Bora oder Jetta – der Name steht noch nicht fest – zu sehen sein.

Europäisches Ausland
Die Hersteller aus dem europäischen Ausland zeigen ebenfalls einige Neuheiten, die sich gewaschen haben. Bei Alfa sind dies die Allradversion Q4 des Golfklasse-Modells 147. Nachdem auf dem Genfer Autosalon der Nachfolger des 156 als Limousine und Coupé zu sehen waren, wird es in Frankfurt der Kombi des Alfa 159 sein, der die Blicke von Italo-Fans anzieht. Ein britisch-deutscher Sportwagen ist der Bentley Arnage Drophead. Das Stoffdachcabrio mit dem bekannten starken V8-Twinturbo kommt im Frühjahr 2006 auf den Markt. Eine weitere Neuheit steckt sogar dieses 456-PS-Monstrum locker in die Tasche: der lang angekündigte Bugatti Veyron mit sagenhaften 1001 PS. Er soll diesen Sommer auf den Markt kommen und dann in Frankfurt auf der Messe stehen.

Etwas kleinere Brötchen bäckt Fiat mit dem neuen Punto. Das Auto mit dem Gesicht des Croma basiert auf derselben Plattform wie der Opel Corsa und ist in Frankfurt zu sehen. Ein weiteres Highlight wird ein SUV auf Basis des Panda sein, der wohl dem Simba ähneln wird. Jaguar bringt den neuen XK als Coupé mit, aber noch nicht als Cabrio. Das Fahrzeug soll einen rund 400 PS starken V8-Motor haben und damit etwa 290 km/h schnell werden. Außerdem am Messestand: der XJ mit Dieselmotor.

Ebenfalls schnell: der Lamborghini Gallardo Spider, den es in Genf als Studie Concept S zu sehen gab. Dass die beiden Insassen auch in der Serienversion in separaten Cockpits sitzen werden, ist aber unwahrscheinlich. Angetrieben wird der Bolide von dem 500 PS starken V10 des Gallardo Coupés. In zivileren Bereichen operiert Peugeot. Der französische Hersteller zeigt wahrscheinlich den Nachfolger von Europas beliebtestem Kleinwagen, dem 206. Der 207 wird aber zunächst nur als seriennahe Studie zu sehen sein. Diesem Stadium bereits entwachsen ist das 407 Coupé. Die Serienversion wird sich wohl kaum von der Studie unterscheiden, die zum Genfer Autosalon gezeigt wurde.

Auch Renault hat ein wichtiges Auto im Gepäck: den neuen Clio. Er basiert auf derselben Plattform wie der Kleinwagen-Van Modus. Saab bestätigte, dass ein Facelift für den 9-5 in Frankfurt zu sehen sein wird. Nur wie es aussieht, ist noch nicht bekannt. Bei Skoda gibt es den Octavia RS zu sehen, während die neue Modellreihe Roomster erst im Frühjahr 2006 Premiere feiert. Volvo schließlich bringt die neue Version des C70 Cabrio, das wohl wie das alte auf dem S40 basieren wird – allerdings nun natürlich auf der neuen Fassung.

Neuheiten amerikanischer Marken
Einige Neuheiten kommen auch aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu uns herüber. Aus dem General-Motors-Konzern stammen der Vectra-Bruder Cadillac BLS und der Hummer H3, der in den USA bereits durch die Gegend fährt. Das Geländefahrzeug wird von einem 3,5-Liter-Fünfzylinder angetrieben. Das Triebwerk mit variabler Ventilsteuerung leistet 220 PS. Die Konkurrenz von DaimlerChrysler könnte den Dodge Caliber zeigen, einen Fünftürer, der etwa so groß wie ein VW Golf ist und bereits Anfang 2006 nach Deutschland kommen soll. Auch der Nitro könnte kommen. Daneben gibt es ein Facelift des PT Cruiser zu sehen sowie den 300C mit Dieselmotor.

Asiatische Fabrikate
Dem Namen nach eine amerikanische Marke, steckt hinter dem Namen Chevrolet eigentlich die Modellpalette von Daewoo. So kann man das SUV-Fahrzeug S3X zu den asiatischen Autos rechnen; es soll im Sommer 2006 auf den Markt kommen. Eine der wichtigsten Neuheiten aus Fernost ist der Honda Civic, den es in Frankfurt wohl in der Serienversion zu sehen gibt. Eine Studie stand bereits auf dem Genfer Autosalon: Mit ihrer glatt wirkenden Eiform sah sie sehr avantgardistisch aus. Zu den Motoren soll ein Turbodiesel mit 140 PS gehören. Kia könnte in Frankfurt die nächste Version des Magentis zeigen, des zweitgrößten Modells des koreanischen Herstellers. Die Limousine kommt noch im Herbst 2005 auf den Markt und dürfte sich optisch an das Flaggschiff Opirus anlehnen. Eine andere Möglichkeit für eine Neuvorstellung wäre der Nachfolger des aktuellen Carnival. Denn in den USA startet der Van bereits im Sommer.

Der Peugeot 206 CC und der Opel Tigra Twintop bekommen Konkurrenz: In Frankfurt wird es gleich zwei neue Wettbewerber zu sehen geben. Am Stand von Mitsubishi wird eine Studie des Colt CC stehen. Die Coupe-Cabrio-Version basiert auf dem etwas größeren Fünftürer der neuen Generation des Colt und wird von dem 150-PS-Turbomotor angetrieben, der vom CZT bekannt ist. Ein weiteres Coupé-Cabrio auf Basis eines Kleinwagens ist der Nissan Micra C+C, von dem es zwar Studienbilder, aber sonst noch keine Details gibt. Als weitere Neuheit wird die Serienversion des Tone zu sehen sein. Das Auto basiert auf dem Micra und sieht dem Modus von Allianzpartner Renault ähnlich, ist etwas größer und etwas sportlicher. Es soll Anfang 2006 starten. Last, but not least will Toyota den neuen Yaris vorstellen, der in Japan bereits als Vitz auf dem Markt ist. Außerdem wird eine neue Version des RAV 4 vorgestellt.

Auch wenn sie etliche völlig neue Autos enthält – unsere Vorschau ist selbstredend unvollständig. Denn einige Überraschungen müssen bleiben. Aber das ist ja das Schöne an Messe: Man weiß nie so ganz genau, was kommt.
(sl)

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Vorschau IAA 2005