Außerdem SMG-Getriebe statt Handschaltung wie im bisherigen M5

Bei der ersten Präsentation des neuen M5 als Studie, auf dem Genfer Autosalon im März 2004, gab BMW nur einige Rahmendaten zum Motor bekannt. Nun folgen Details. Das Auto kommt Anfang 2005 auf den Markt und wird 86.200 Euro kosten.

Hochdrehender V10
Beim neuen M5 wird ein V10-Motor eingebaut. Der Motor stellt 507 PS sowie 520 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, hat aber nur fünf Liter Hubraum. Zum Vergleich: Die Chrysler Viper braucht für ihre 476 PS einen Hubraum von 8,3 Litern. Der M5 überschreitet die magische Grenze von 100 PS je Liter Hubraum - die Viper erreicht nur 57 PS pro Liter. Den geringen Hubraum machen die BMW-Ingenieure durch hohe Drehzahlen wett: Bis zu 8.250 U/min sind drin. BMW verfolgt damit wieder das typische Hochdrehzahl-Konzept, das auch aus den bisherigen M-Automobilen bekannt ist.

507 statt 400 PS
Der M5 ist mit 507 PS das stärkste Serienmodell in der BMW-Modellfamilie. Auch der bisherige M5-Achtzylinder leistete "nur" 400 PS. Die beiden Fünfzylinderreihen des V10 sind im Winkel von 90 Grad angeordnet, um Schwingungen zu minimieren. Wegen der hohen Belastungen wurde für das Kurbelgehäuse erstmals eine so genannte Bedplate-Konstruktion gewählt, die aus dem Rennsport stammt. Die Aluminium-Zylinderköpfe verfügen über vier Ventile je Zylinder. Der Ventiltrieb ist in allen Bauteilen auf geringe Masse ausgelegt. Die erreichte Massenreduzierung ist Voraussetzung für das Hochdrehzahlkonzept.

Doppel-Vanos für optimalen Gaswechsel
Die doppelte variable Nockenwellensteuerung Doppel-Vanos sorgt für einen schnellen Gaswechsel. Denn Ein- und Auslassventile können in jeder Fahrsituation zum jeweils optimalen Zeitpunkt öffnen oder schließen. In der Praxis heißt das: mehr Leistung, besserer Drehmomentverlauf, optimales Ansprechverhalten, weniger Verbrauch und schadstoffärmeres Abgas. Rennsport-typisch verfügt jeder Zylinder über eine eigene Drosselklappe. Sie werden vollelektronisch gesteuert.

Zweiflutige Abgasanlage aus Edelstahl
Die Abgasanlage aus Edelstahl wird zweiflutig bis in die Schalldämpfer geführt, bevor das Abgas das System schließlich durch die für M-Fahrzeuge charakteristischen vier Endrohre verlässt. Die Abgase erfüllen die Euro-4-Norm.

Ionenstromtechnologie als Highlight
Ein Highlight der Motorsteuerung ist die Ionenstrommessung. Damit erkennt die Motorsteuerung über die Zündkerze in jedem Zylinder eventuelles Klopfen. Die korrekte Zündung wird kontrolliert und eventuelle Aussetzer werden erkannt. Der Fahrer des neuen M5 profitiert davon in Form eines verbesserten Kraftstoffverbrauchs sowie einer höheren Drehmoment- und Leistungsausbeute.

Siebengang-SMG-Getriebe
Statt des bisherigen Sechsgang-Handschaltgetriebes setzt BMW im neuen M5 ein Siebengang-SMG-Getriebe ein. Es handelt sich um ein sequenziell zu schaltendes, automatisiertes Schaltgetriebe. Es wird im manuellen Modus entweder über den Mittelschalthebel oder über Paddles am Lenkrad geschaltet.

Schneller schalten
Die neue SMG-Generation soll den Schaltvorgang schneller machen, sodass die Kraftflussunterbrechungen kaum noch wahrnehmbar sind, verspricht BMW. Durch die Drivelogic-Funktion des SMG stehen dem Fahrer insgesamt elf Schaltoptionen zur Verfügung, mit denen er die Schaltcharakteristik seiner Fahrweise anpassen kann.

SMG erhöht auch Sicherheit und Komfort
Das Getriebe bietet auch Sicherheitsfeatures. So öffnet es beispielsweise beim Zurückschalten auf glatter Fahrbahn blitzschnell die Kupplung, damit der M5 nicht ausbricht. Andere Spezialfunktionen sind der Steigungsassistent, der ein rückrollfreies Anfahren an Steigungen ermöglicht, sowie die Berg-Erkennung, die an Steigungen und Gefällen die Schaltpunkte verschiebt. Bergauf werden dadurch Pendelschaltungen vermieden, bergab die niederen Gänge länger gehalten, um die Bremswirkung des Motors besser zu nutzen.

Fahrwerk mit Differenzialsperre
Das Fahrwerk des M5 ist kein tiefer gelegtes 5er-Fahrwerk, sondern eine optimierte Eigenkonstruktion. Der M5 besitzt eine variable, drehzahlfühlende Differenzialsperre. Speziell für den M5 entwickelt wurde außerdem das Fahrstabilitätsprogramm. Seine Fahrdynamikprogramme können über eine Taste am Lenkrad abgerufen werden. Eine weitere Besonderheit ist eine Art Economy-Funktion. Ist sie aktiviert, so wird die Leistung auf 400 PS beschränkt.

Innenraum mit Unterschieden
Im Innenraum hat der M5 eine edlere Teil-Lederausstattung als der 5er. Andere Unterschiede zum 5er sind die Instrumentenkombination, das serienmäßige Head-Up-Display, das Lenkrad mit der Taste zur Wahl der Fahrpogramme und die neu gestaltete Mittelkonsole.
(sl)

Bayern-Bulle: Neuer M5