Flexible Kraftverteilung dank elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung

Nach der für 2006 angekündigten Motorenoffensive präsentiert BMW jetzt die nächsten technischen Neuheiten. Das aus X3, X5 und Fünfer bekannte Allrad-System xDrive hält nun auch Einzug im Dreier. Bei 325xi, 330xi sowie 330xd soll die Kraft der vier Räder zeigen, was sie kann.

xDrive auch im neuen BMW 3er
Nach den Sports Activity Vehicles (SAV) X3 und X5 sowie der Fünfer-Baureihe kommt nun auch der neue Dreier in den Genuss des xDrive-Antriebs. Die xDrive-Lösungen für 3er und 5er entsprechen im Prinzip dem Allradantrieb von X3 und X5. Sie sind jedoch in Hard- und Software adaptiert auf die spezifischen Ansprüche der Limousinen und Kombis. Zur optimalen Integration ist beispielsweise die Antriebskette des Verteilergetriebes durch ein Stirnradgetriebe ersetzt.

xDrive: Schneller als der Schlupf
Im Unterschied zum bisherigen Allradantrieb mit seiner starren Kraftverteilung zwischen Hinter- und Vorderachse, verteilt beim xDrive-Konzept eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung die Antriebskraft blitzschnell, stufenlos und vollvariabel von der Hinterachse zur Vorderachse. Dies geschieht in jeder Fahrsituation. Das System erkennt, wenn eine Veränderung der Kraftverteilung notwendig wird und reagiert sofort. In der Regel geschieht diese sogar vor einem eventuellen Durchdrehen eines Rads. Damit erhält jedes Rad exakt die für einen maximalen Vortrieb momentan notwendige Antriebskraft.

Mehr Dynamik in jeder Lebenslage
Beim dynamischen Durchfahren einer Kurve leitet xDrive zu jedem Zeitpunkt die optimale Antriebskraft an die jeweilige Achse und soll Unter- oder Übersteuern so deutlich vermindern. Bei normaler Geradeausfahrt verteilt xDrive hingegen in der Regel die Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 40 zu 60, um den BMW typischen Fahreindruck eines Heckantriebs zu erhalten.

Deutlich späterer DSC-Eingriff
Das Fahrwerkregelsystem DSC greift erst deutlich später ein. xDrive sorgt außerdem für besseres Vorankommen auf unbefestigtem oder glattem Untergrund, da die Kraft sofort an die Räder mit Grip geleitet wird.

Flexibler Antrieb dank Lamellenkupplung
Kernstück des xDrive ist die elektronisch geregelte Lamellenkupplung im Verteilergetriebe. Sie regelt den Kraftfluss innerhalb von Millisekunden. Im Extrem können Vorder- und Hinterachse dadurch völlig entkoppelt oder starr miteinander verbunden werden. Die starre Verbindung entspricht dabei der Funktion einer 100-Prozent-Längssperre bei konventionellen Allradantrieben. Die Funktion einer Quersperre, also die zwangsweise Kraftverteilung an beide Vorder- beziehungsweise Hinterräder, stellt DSC mithilfe des elektronischen Bremseneingriffs dar: Dreht ein Rad durch, ohne Kraft zu übertragen, wird es abgebremst. Dadurch verteilt das Differenzial im Achsgetriebe automatisch mehr Kraft an das Rad auf der anderen Seite der Achse.

Stets gewappnet mit DTC und HDC
Auch die Funktion Dynamic Traction Control (DTC) des DSC bleibt mit xDrive erhalten. DTC lässt für extreme Bedingungen wie lockeren Schnee oder für eine sehr sportliche Fahrweise mehr Schlupf und größere Driftwinkel zu. Die Funktion Hill Descent Control (HDC) erleichtert schwierige Bergabfahrten. Ohne dass der Fahrer eingreifen muss, bewegt sich der 3er mit xDrive mittels Bremseneingriff an allen vier Rädern mit konstanter Geschwindigkeit im Schritttempo vorwärts. Die HDC-Funktion kann beim Dreier mit xDrive über eine Taste in der Mittelkonsole ein- und ausgeschaltet werden.
(jk)

Bildergalerie: BMW: xDrive für den Dreier