Rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr nimmt zu

Rücksichtsloses Verhalten und aggressive Fahrweise nehmen im Straßenverkehr immer mehr zu. Darüber beklagen sich 87,8 Prozent der Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer bei einer Umfrage des Kfz-Dienstleisters Dekra. Fast ebenso viele - nämlich 86,5 Prozent berichten, der "Verfall der Sitten" habe bei ihnen schon einmal zu einer gefährlichen Verkehrssituation geführt. Und 89,6 Prozent der Befragten sagen, dass Verkehrsteilnehmer manchmal schon wegen einer Kleinigkeit ausrasten.

Jeder Zweite beklagt sich über Rüpel
Der Umfrage zufolge wird jeder Zweite - genau 51,4 Prozent der Befragten - oft mit rücksichtslosem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer konfrontiert; 42,6 Prozent erleben es gelegentlich, 5,9 Prozent selten und 0,1 Prozent nie.

Drängeln stört am meisten
Am meisten gestört fühlen sich die deutschen Autofahrer von zu dichtem Auffahren und Drängeln (86,1 Prozent), gefolgt von Rechtsüberholen und Schneiden (57,7 Prozent), Hupen, Lichthupen und aggressiven Gesten (47,5 Prozent) sowie zu schnellem Fahren (43,4 Prozent). Das Nichtbeachten der Verkehrsregeln durch Radfahrer nennt knapp jeder dritte (29,1 Prozent) und rücksichtsloses Parken mehr als jeder fünfte (21,1 Prozent).

Am besten selbst ruhig bleiben
Als angemessene Reaktion auf aggressives Verhalten empfehlen die meisten Befragten, selbst ruhig zu bleiben (87,3 Prozent), zwei von drei fordern strengere Strafen für Rowdys (66,6 Prozent) und jeder zweite setzt auf intensivere Aufklärung (49,4 Prozent). Nach Ansicht von 2,1 Prozent ist keine Reaktion erforderlich. Die Umfrage wurde bundesweit bei 1.400 Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern durchgeführt, die mit ihren Fahrzeugen zur Hauptuntersuchung zu Dekra kamen.
(dpa/sl)