Vereinbarung zwischen Kanzler Schröder und der deutschen Autoindustrie

Lange haben sich die deutschen Autohersteller gegen den Partikelfilter gewehrt. Während die Filter-Vorreiter Peugeot und Citroën den Filter bereits in vielen Modellen serienmäßig anbieten, taten sich Mercedes, BMW, VW und Co. damit schwer. Nun jedoch haben sich die deutschen Hersteller bereit erklärt, bis spätestens zum Jahr 2009 alle neu zugelassenen Diesel-Pkw mit Rußpartikelfiltern auszustatten. Das ist das erfreuliche Ergebnis eines Gesprächs zwischen Bundeskanzler Schröder und dem Vorstand des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) in Stuttgart.

Orientierung am Markttrend
Der VDA orientierte sich dabei nach seinen eigenen Worten ,am Markttrend". Die Autokäufer, die den Filter bei den deutschen Marken nicht serienmäßig bekamen, stimmten mit dem Geldbeutel ab und kauften den Filter als Extra. Bei Mercedes beispielsweise schlossen 80 Prozent der Dieselbestellungen einen Partikelfilter mit ein.

ADAC: ,Schritt in die richtige Richtung"
Der Automobilklub ADAC begrüßte die Vereinbarung als Schritt in die richtige Richtung: "Ich freue mich sehr, dass die Automobilhersteller in Deutschland endlich ihren Widerstand gegen die Dieselfiltertechnologie aufgegeben haben," lobte ADAC-Präsident Peter Meyer.

Trittin: ,Weg frei für 2,5 Milligramm"
Ob und ab wann jedoch rußarme Dieselfahrzeuge steuerlich gefördert werden, ist eine andere Frage, die noch nicht geklärt zu sein scheint. Nach Bundesumweltminister Trittin hat die Dieselpartikelfilter-Zusage den Weg für einen europaweiten Partikelgrenzwert von 2,5 Milligramm für Diesel-Pkw freigemacht. Doch diese Interpretation weist der Verband der Deutschen Automobilindustrie VDA zurück. Die deutsche Automobilindustrie habe mit ihrem Angebot eine nationale Sondersituation geschaffen, so der VDA. Damit werde in keiner Weise die Festlegung der Euro-5-Grenzwerte vorweggenommen.

Steuerliche Förderung in Deutschland?
Indes meldet die Financial Times Deutschland in ihrer Ausgabe vom 15. Juli 2004, die Bundesregierung werde die Einführung einer neuen Abgasnorm steuerlich fördern. Die Größenordnung sei 600 Euro pro Auto.
(sl)

Bildergalerie: Einigung beim Dieselfilter