Pariser Design-Studenten entwerfen 2CV-Nachfolger am Rechner

Das Kürzel 2CV steht für eine der großen Legenden des französischen Autobaus. Nicht nur in Frankreich, auch in Deutschland haben vor allem junge Leute ihre ersten automobilen Gehversuche im liebevoll als Ente getauften Citroën-Modell unternommen. Als besonders stilecht galt bei deutschen Enten-Besitzern natürlich der Frankreich-Urlaub mit kleinem Zelt und reichlich guter Laune. So manchem 2CV-Fahrer wuchs dabei sein schaukeliges Billig-Auto richtig ans Herz. Doch 1990 war Ende mit Ente: Nach über fünf Millionen verkauften Exemplaren wurde die Produktion eingestellt.

Sehnsucht nach einem Nachfolger
Die 2CV-Fangemeinde trauerte dem Ende der Ente nach und hoffte immer wieder auf eine Neuauflage des Kultmobils. Mit dem C3 Pluriel hat Citroën zumindest in Ansätzen eine Neuinterpretation auf die Räder gestellt. Doch vielen Puristen war dieser moderne Nachfolger viel zu wenig entig. Hoffnungen auf eine etwas puristischere Neuauflage nähren jetzt drei Studenten aus der in Paris beheimaten Design-Schule Creapole. Guillaume Daniel, Julien Lebely und Richard Pedron haben jüngst eine als Evoqué getaufte Retro-Ente am Rechner entworfen. Die Bilder wirken zwar überraschend realistisch, doch ein echtes Modell zum Anfassen gibt es nicht.

Deutliche Zitate
In der Grundform ähneln sich das Original und Computerentwurf Evoqué deutlich: Die geschwungenen und weit ausgestellten Kotflügel, die im weiten und hohen Bogen verlaufende Fahrgastzelle sowie die ungelochten Stahlfelgen – das ist ganz klar 2CV. Die Front- und Rückleuchten wurden hingegen völlig neu interpretiert. Und statt des kultigen Faltdachs aus Stoff haben die Creapole-Schüler an ein Lamellendach aus Glas gedacht.

Revival unwahrscheinlich
Ob es jemals eine derartigen Enten-Nachfolger geben wird, ist jedoch zu bezweifeln. Die Studie Evoqué zeigt aber in eindrucksvoller Weise, dass man aufregende Fahrzeugstudien allein mit Grafikprogrammen entwerfen kann.
(mh)

Comeback der Ente?