325 PS beim Carrera, 355 PS beim Carrera S

Porsche präsentiert den neuen 911 gleich in zweifacher Ausführung: Als 911 Carrera mit 325 PS starkem 3,6-Liter-Boxermotor und als 911 Carrera S, angetrieben von einem neu entwickelten 3,8-Liter-Motor mit 355 PS. Am 17. Juli kommt der schnelle Stuttgarter auf den Markt. Der Carrera kostet 75.200 Euro, der Carrera S 85.176 Euro.

Die Tränensäcke sind weg
Am Design des intern als 997 bezeichneten Modells fallen wohl die neuen Scheinwerfer mit separaten Zusatzscheinwerfern im Bugteil am stärksten auf. Die Scheinwerfer sind rund wie bei früheren Versionen; die "Tränensäcke" des 996 sind weg. Spur und Taille sind etwas breiter als bisher, die Kotflügel stärker betont. Die neue Figur des 911 verbessert den cw-Wert von 0,30 auf 0,28.

Neues Triebwerk für den 911 Carrera S
Der Sechszylinder-Boxer des 911 Carrera entspricht weitgehend dem 3,6-Liter-Motor des Vorgängers. Die Leistung stieg jedoch von 320 auf 325 PS. Auf diesem Motor basiert der 3,8-Liter-Motor des Carrera S. Um 355 PS zu erreichen, erweiterten die Konstrukteure die Bohrung von 96 auf 99 Millimeter. Das Ergebnis: Der 911 Carrera S stürmt in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Sowohl 911 Carrera als auch 911 Carrera S unterschreiten die Euro-4-Abgasgrenzwerte.

Neues Sechsganggetriebe für beide Elfer
Die 400 Newtonmeter Drehmoment des 911 Carrera S machten eine Neuentwicklung des Schaltgetriebes notwendig. Das Sechsgang-Schaltgetriebe wird in beiden Modellen eingesetzt. Obwohl es mehr Kraft übertragen kann, blieb das Gesamtgewicht durch Leichtbau praktisch gleich. Als Alternative steht weiterhin die Tiptronic S zur Wahl, deren Schaltprogramm optimiert wurde.

Überarbeitetes Fahrwerk
Das Fahrwerk des 911 Carrera wurde um drei Zentimeter verbreitert und neu abgestimmt. Für den 911 Carrera werden zwei Fahrwerksoptionen angeboten. Einerseits das um zwei Zentimeter abgesenkte Sportfahrwerk mit mechanischer Hinterachs-Quersperre - die sportlichste Variante. Andererseits das neue aktive PASM-Fahrwerk. Dieses Porsche Active Suspension Management ist für den 911 Carrera auf Wunsch lieferbar und beim 911 Carrera S Serie. Der Fahrer kann dabei über eine Taste zwischen zwei Fahrwerkprogrammen wählen, bei denen die Dämpferabstimmung verändert wird: Die Normalstellung bietet eine komfortablere, die Sport-Einstellung eine härtere Abstimmung.

18- statt 17-Zoll-Räder
Erstmals in der Geschichte des 911 wurden die Räder vergrößert. Waren bisher 17-Zöller Standard, so sind nun beim Carrera 18 Zoll Serie, beim Carrera S sogar 19 Zoll. So kann bei gleicher Reifenbelastung mehr Kraft übertragen werden.

Carrera S mit stärkeren Bremsen
Der Carrera besitzt im Wesentlichen die gleiche Bremsanlage wie der Vorgänger. Doch soll die Bremse etwas schneller ansprechen, und die Betätigungskräfte sollen geringer ausfallen. Der Carrera S erhält dagegen ein überarbeitetes Bremssystem, das verbesserte Verzögerung verspricht. Zur optischen Differenzierung sind die Bremssättel rot lackiert. Die innen belüfteten und gelochten Bremsscheiben wachsen an Vorder- und Hinterachse auf 330 Millimeter. Der alte Carrera hatte 318 Millimeter vorn und 299 Millimeter hinten. Optional steht für beide Modelle die Keramikbremse PCCB zur Verfügung. Das Porsche Stability Management (PSM) - das automatische Regelsystem zur Fahrstabilisierung im Grenzbereich - wurde verbessert.

Sportcharakter auf Knopfdruck
Ein neues "Sport Chrono Paket Plus" bietet dem Fahrer eine betont sportliche Abstimmung verschiedener Fahrzeugfunktionen: Auf Knopfdruck verändern sich Gaspedal-Kennlinie, Motor-Verhalten an der Drehzahlgrenze und bei Lastwechsel, die Eingreifschwellen des PSM und die Kennlinien von PASM sowie Tiptronic S. Das Paket enthält außerdem eine Stoppuhr auf der Armaturentafel.

Pedale weiter vorn und neue Sitze
Insgesamt sechs Airbags sorgen für Sicherheit. Dazu zählen neben Frontairbags und Thorax-Airbags in den Sitzlehnen auch Kopfairbags in den Türen. Das Interieur wurde neu gestaltet. Man sitzt nun niedriger, das Lenkrad ist jetzt höhenverstellbar und die nach vorne gerückten Pedale bieten großen Fahrern mehr Komfort, so Porsche. Die neuen Sitze sollen mehr Seitenführung bieten. Wem der Seitenhalt der Seriensitze nicht ausreicht, kann optionale Sportsitze bestellen. Die adaptive Sportsitzanlage bietet außerdem die Möglichkeit, die Seitenwangen an den jeweiligen Fahrer anzupassen.

Reduzierte Kosten
Die Wartungsintervalle des neuen 911 Carrera wurden gegenüber dem Vorgängermodell von 20.000 auf 30.000 Kilometer angehoben. Dies bedeutet weniger Werkstattaufenthalte und eine Reduzierung der Regelwartungskosten. Außerdem wurden die Reparaturkosten bei Bagatellschäden gesenkt.
(sl)

Preisliste




Grundpreis:  Euro
Porsche 911 Carrera Coupé 75.200
Porsche 911 Carrera S Coupé 85.176
Gängige Extras
Bi-Xenon-Licht (Serie beim S-Modell) 1.032
PASM-Fahrwerk (Serie beim S-Modell) 1.508
Elektrisches Stahlschiebe-/Hebedach 1.264
Metalliclackierung 794
Tempostat 429
6-fach CD-Wechsler 510
Bose Surround Sound-System 1.125
Sport-Chrono-Paket Plus 742
Sitzheizung 394
Lederausstattung 2.703
Tiptronic S 2.871

Neuer 911 startet