Das fünfte Euro Jeep Camp lockte 1.200 Fans aus 20 Ländern nach Frankreich

Über 1.200 Teilnehmer aus 20 Ländern, über 500 Fahrzeuge – das sind die beachtlichen Eckdaten des diesjährigen Euro Jeep Camp vom 7. bis zum 10. Juli 2005. Damit war das Treffen in diesem Jahr das bislang größte seit dem ersten Camp im Jahr 2000. Wir sind ebenfalls in die südfranzösische Provinz Languedoc-Roussillon gereist und haben uns auf dem Treffen der ,Jeeper" umgeschaut.

Zum Teil weite Anreise
Bereits bei der Anfahrt auf der Chaussee zum Chateau des Lastours ist uns klar, dass das Euro Camp Jeep jede Menge Enthusiasten gelockt hatte. In Scharen rücken die Jeeps an – Willys Overland, Wrangler, Cherokee und Grand Cherokee. Die Kennzeichen verraten, dass die Geländewagen und ihre Besatzungen zum Teil eine weite Anreise hinter sich haben: Schweiz, Deutschland, Polen, sogar aus der Ukraine sind Jeeper gekommen. Dass unter den Teilnehmern viele Familien mit Kindern sind, zeigt die Ausrichtung des Events: kein krawalliges Werner-Beinhart-Treffen, sondern eher ein friedliches Familienfest, bei dem Jeep-Fans unter sich sind.

Jeep ist Bedingung
Wer im eigenen Auto dabei sein will, muss einen Jeep haben – das ist die Bedingung. Deshalb sind wir auch mit einem Jeep-Testwagen anreist, einem neuen Grand Cherokee. Wir schämen uns fast gegenüber den Wrangler-Teams: Unser Jeep glänzt verdächtig fabrikneu im Vergleich zu den meisten Wrangler. Die sehen meist abenteuerlich aus und verraten, dass sie auch wirklich auf Offroad-Pisten eingesetzt werden.

Schutz vor Lackkratzern
Aber wir sind beruhigt: Es sind noch mehr Cherokees und Grand Cherokees dabei, die wohl normalerweise eher auf Asphalt bewegt werden und nun endlich mal zeigen dürfen, was in ihnen steckt. Ein Teilnehmer aus den Niederlanden hat seinen Grand mit bunten Folien beklebt. Den Verdacht, ein Popart-Künstler zu sein, entkräftet er schnell: Er habe die Folie auf den Jeep gepappt, damit der Lack nicht leidet. Denn es kann schon mal passieren, dass Zweige oder Gestrüpp die Karosserie streifen.

Jede Menge Spaß
Für die Jeeper steht beim viertägigen Camp jede Menge Spaß und Unterhaltung auf dem Plan. Dass das nicht nur Gelände-Fahren beinhaltet, wird uns schnell klar. Wir sind einer deutschen Gruppe zugeteilt, unser Auto hat die Nummer 256 aufgeklebt bekommen und wir wissen, dass wir die Gruppenfarbe Rot haben und der Untergruppe drei angehören. Das klingt erstmal kompliziert und wird nach dem Blick auf den bunten ,Stundenplan" – ein Taschenbuch, dass jeder bekommt – auch nicht einfacher. Aber wer Tabellen lesen kann, durchschaut das System schnell. Und außerdem ist immer jemand vom Camp-Team da, der den nötigen Durchblick hat.

Harter Offroad-Parcours
Uns interessiert vor allem die Jeep Academie, einer von vielen Programmpunkten auf dem Stundenplan. Auf einem hügeligen Terrain haben die Veranstalter einen Geländeparcours aufgebaut. Hier kann jeder lernen, mit Allradantrieb über Stock und vor allem Stein zu fahren. Der Parcours wird mit einem vom Veranstalter gestellten Grand Cherokee bewältigt.

Bewältigen von Hindernissen
Instruktor Gerd setzt sich neben mich und es geht los. Ich bin zwar kein blutiger Anfänger in Sachen Offroad-fahren, dennoch verblüfft es mich immer wieder, welche Hindernisse man mit einem technisch hochgerüsteten Vierrad-Mobil bewältigen kann. Bergauffahren sieht für die Zuschauer einfach aus. Wenn man aber am Steuer sitzt, wird's doch ein wenig kompliziert. Hier sehe ich nur noch die Kante von der Motorhaube und den Himmel. Was hinter der Kuppe ist, ahne ich nur, aber auf dem Jeep-Gelände kann ja nichts passieren. Weiter geht es über Hügelchen und Hügel. Beim schrägen Passieren eines Grabens kommt ein kurzer Angstmoment: Wird der Jeep kippen? Nein, er kippt nicht, die Technik hat die Sache im Griff. Notfalls zieht auch nur ein getriebenes Rad das Gefährt vorwärts.

Fingerspitzengefühl ist gefragt
Trainer Gerd steigt aus und winkt mich auf eine Brücke, besser gesagt, zwei Baumstämme über einen Graben. Ich muss mich voll auf die Zeichen des Instruktors verlassen, denn wieder einmal sehe ich nicht, wo ich langfahre. Ich ahne, dass der Stamm-Weg nicht wesentlich breiter ist als die Reifen des Jeeps und ich höllisch aufpassen muss, nicht das Lenkrad zu verreißen oder zu viel Gas zu geben... geschafft!

Langsam auf die Wippe
Spannend wird es noch einmal auf der Wippe, einer Holzkonstruktion, die ähnlich einer Rampe befahren wird. Der Knackpunkt hier ist der Kipppunkt: Ich versuche, den Wagen so langsam wie möglich über den Mittelpunkt der Konstruktion zu fahren. Es gelingt. Relativ langsam kippt das Gestell mitsamt mir im Grand Cherokee und setzt sanft auf dem Boden auf. Ich bin schon ein wenig stolz auf mich: Anderen gelingt das nicht so leicht.

Räderwechseln mit Konkurrenz
Was Teamgeist heißt, erlebe ich hautnah bei der ,Jeep Challenge". Hier gilt es, die Räder eines Wrangler zu wechseln und den Sicherungskasten wieder zu bestücken – und dass im Wettbewerb mit einer zweiten Gruppe. Das Problem: Ein Teil der Radschrauben befindet sich auf einem Floß in der Mitte eines Teiches, die Sicherungen sind in Schachteln an einem Steilhang versteckt. Um an die Schrauben auf dem Teich zu kommen, muss aus Holzstreben, leeren Fässer und Seilen ein Floß gebaut werden.

Jeep-Stammtisch: Camp-erfahren und eingespielt
Wie viel Glück man haben kann, in einer Gruppe mit Camp-erfahrenen Jeepern zu sein, merke ich schnell. Kaum wurde die Aufgabe erläutert, sind die Männer und Frauen des Jeep Stammtisch Mainz/Wiesbaden/Rheingau, einer Untergruppe des Jeep Club Deutschland, mit Feuereifer bei der Sache. Fix sind die Aufgaben verteilt, es wird festgelegt, wer klettert, wer das Floß baut, wer rudert und wer schließlich die Räder wechselt. Ich übernehme einen kleinen Part und stelle schnell fest, dass ich in einem eingespielten Team gelandet bin. ,Wir sind schon beim dritten Camp dabei", erklärt mir später Volkwin Siebe, ,Da sind wir natürlich vorbereitet".

Till Demtröder als Teilnehmer
Auch Schauspieler Till Demtröder, bekannt aus den Serien ,Der Landarzt", ,Großstadtrevier" und ,Hallo Robbie" genießt die Stimmung im Camp als Teilnehmer. Der bekennende Jeep-Fan fährt privat einen Grand Cherokee 2.7 CRD und will sich nun dessen neueste Generation anschaffen. Für ihn sind die Tage vor allem lehrreich: ,Ich habe viele Erfahrungen gesammelt".

Wir haben die Impressionen vom Jeep Camp 2005 für Sie zu einer umfangreichen Bildergalerie zusammengestellt. Klicken Sie sich durch.
(hd)

Bildergalerie: Jeep, Jeep, Hurra