Ein bombastisches Motorrad wird bombastisch inszeniert

,Die Münch Mammut fährt. Und sie fährt sich sogar sehr gut." Mit diesen Worten begrüßte Filmproduzent Tobias Heilmann das Publikum anlässlich der Premiere ,Das Mammut kehrt zurück" am 3. Juli 2003 in München. Prominente, Filmschaffende und Motorradjournalisten versammelten sich für dieses ungewöhnliche Ereignis. Die große Kinovorstellung war jedoch einmalig. Sehen wird man den Film zukünftig nur auf DVD oder Video. 

Schade eigentlich, denn der wuchtige Sound und die starken Bilder haben ihre Wirkung auf der Leinwand keineswegs verfehlt. Neben schönen Szenen bietet ,Das Mammut kehrt zurück" einige Informationen über die Geschichte der Marke Münch. Zeitzeugen wie Friedel Münch persönlich, Günter Sachs und Luigi Colani berichten in Interviews über ihre sehr eigenen Erfahrungen mit der Zweiradlegende Mammut. 

Thomas Petsch erzählt
Und dann geht es natürlich um das absolute Über-Motorrad: die Mammut 2000. Erdacht hat sich dieses Projekt der Motorrad-Enthusiast Thomas Petsch. Er erzählt im Film, wie seine Idee im Gespräch mit Friedel Münch Ende der 90er-Jahre konkrete Formen annahm. Bereits Anfang 2000 konnte dann der erste Prototyp auf der Rennstrecke getestet werden. Petsch erzählt auch, wie das Projekt unerwartete Schwierigkeiten bereitete und die Produktion aus Kostengründen nach nur 15 Stück eingestellt werden musste. 

Für Münch-Fans und Motorrad-Interessierte ist diese DVD sicherlich zu empfehlen. Doch ist der Film zeitweise übertrieben pathetisch. Das Thema Münch wird ganz einfach zu hoch aufgehängt. Und dann sehen wir die Mammut 2000 in recht zahmen Fahraufnahmen. Ob sie wirklich das leisten kann, was Thomas Petsch verspricht, dokumentiert der Film ganz einfach nicht. Es ist zudem keine objektive Dokumentation über ein Industrieprodukt, sondern der Versuch, einen Mythos ins schier Maßlose zu steigern. Dennoch, Fans wird das 54-minütige Werk begeistern. 

(mh)

Film-Spektakel