Viersitziges SUV-Fahrzeug mit vielen Rundungen und sehr flexiblem Allradantrieb

Sport Utility Vehicles, kurz SUV genannt, sind auf dem Vormarsch. Nach den traditionellen Offroadmarken kommen nun auch bisher unverdächtige Firmen mit solchen leichten Geländewagen auf den Markt. Auf der Frankfurter Automesse IAA, die vom 17. bis 25 September 2005 stattfindet, stellt nun auch Renault ein solches Auto als Studie vor. Der Egeus wird als Oberklasse-SUV mit Allradantrieb positioniert.

Weniger martialisch als normale SUVs
Die Gestaltung orientiert sich an den Designstudien Wind und Fluence. Die Formgebung ist weniger aggressiv als bei herkömmlichen SUVs. Statt eines martialischen Kühlergrills gibt es große Lufteinlässe unter den Scheinwerfern. Front- und Heckscheibe sind stark gewölbt, was das Auto rund erscheinen lässt. Bei alldem verleugnet der Egeus seine Offroad-Eigenschaften nicht. Dafür stehen 22-Zoll-Räder und die erhöhte Bodenfreiheit. Auch die hohe Sitzposition ist typisch für SUVs. Das große Glasdach mit zwei transparenten Segmenten und einem Mittelsteg lässt viel Licht in den Innenraum.

Drehbare Sitze, elektrischer Ladeschlitten
Das Blau der Karosserie ist Teil des Konzepts: Es soll zusammen mit den Blautönen des Innenraums maritime Assoziationen wecken. Die Ledersitze schimmern dagegen rot-gelb. Überraschend für ein so großes Fahrzeug: Die Einzelsitze bieten nur vier Passagieren Platz. Für einen bequemen Einstieg lassen sich die Vordersitze nach außen drehen und die Sitzfläche um sieben Zentimeter absenken. Die hinten angeschlagenen Fondtüren und die fehlende B-Säule sollen auch die zweite Sitzreihe gut zugänglich machen.

Geteilte Heckklappe
Die zweigeteilte Heckklappe kann ganz geöffnet werden oder aber nur das Unterteil, das mit elektrischer Unterstützung herunterklappt und einen Ladeschlitten ausfährt. Auf diese Weise sollen schwere oder sperrige Objekte bequemer eingeladen werden können. Der Ladeschlitten ist elektrisch höhenverstellbar und dient somit auch als Gepäckraumeinteilung.

Automatisch ausfahrende Türgriffe
Die äußeren Griffe der Front- und Hecktüren sind bündig in die Karosserie integriert. Nähert sich eine Hand dem Türgriff, lässt ein optischer Sensor den Griff einige Zentimeter herausfahren, damit die Tür geöffnet werden kann.

Viel Elektronik im Innenraum
Der Tachometer zeigt die Geschwindigkeit in analoger und digitaler Form an. In seinem Zentrum wird eine vom Navigationssystem vorgeschlagene Richtgeschwindigkeit angegeben. Wenn der Offroad-Modus aktiviert wird, erscheint automatisch die Neigung des Fahrzeugs. Auf dem Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts können alle Passagiere beispielsweise eine Karte mit der Reiseroute ansehen. Geschaltet wird – ganz innovativ – mit einem Drehregler in zentraler Position gewechselt. Das Multimediasystem wird nach dem gleichen Prinzip betätigt.

Dreiliter-Diesel und flexibler Allradantrieb
Der längs eingebaute 3,0-Liter-V6-Diesel des Egeus leistet 250 PS. Der Motor hält die Euro-4-Abgasnorm ein und ist mit einem Partikelfilter ausgestattet. Der Allradantrieb arbeitet automatisch: Das System regelt die Antriebskraft an allen vier Rädern – abhängig von der Traktion – in einem Bereich zwischen null und 100 Prozent. In den Antriebsstrang integriert ist ein Automatikgetriebe mit sieben Schaltstufen.

LED-Scheinwerfer
Die Scheinwerfer arbeiten mit Leuchtdioden und sind ein weiteres Highlight. Wie bereits beim Fluence passt eine elektronische Regelung Stärke und Verteilung des Lichts an die jeweiligen Fahrbedingungen an. Beispielsweise gibt es eine spezielle Funktion für kurvenreiche Strecken. Auf der Autobahn werden die Leuchtdioden automatisch aktiviert und ausgerichtet, um jederzeit eine optimale Reichweite ohne Blendeffekte zu gewährleisten. Vorerst ist der Egeus nur eine Designstudie. Da aber Renault noch kein SUV hat und die Konkurrenz bereits solche Autos plant – PSA Peugeot Citroën will ja zusammen mit Mitsubishi ein SUV-Fahrzeug herausbringen – könnte die Studie Realität werden.
(sl)

Erstes SUV von Renault