Variables Türkonzept und Zentralsäule statt B-Säulen

Kürzlich stellte Mercedes die Studie F 500 Mind vor. An Bord des Technologieträgers wollen die Mercedes-Ingenieure neuartige Systeme in der Praxis untersuchen und ihren Weg in die Serie vorbereiten. Nun werden Details zu der Studie bekannt gegeben.

Antrieb: Diesel-Hybrid
Als Antriebssystem haben die Ingenieure einen Diesel-Hybrid entwickelt, der bis zu 20 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht als ein vergleichbarer Diesel, so Mercedes. Das V8-Dieseltriebwerk leistet 250 PS und ist aus der S-Klasse bekannt. Es ist mit einer 68 PS starken Elektromaschine gekoppelt. Sie übernimmt beispielsweise beim Anfahren, im Stop-and-go-Verkehr oder in anderen Situationen den Antrieb. Wenn der Autofahrer eine höhere Motorleistung abruft, schaltet sich der V8-Motor zu. Die unter der Fahrgastzelle platzierte 300-Volt-Batterie des Elektroantriebs wird beim Bremsen nachgeladen.

Elektronisches Gas- und Bremspedal
Der F 500 Mind bietet im Fond deutlich mehr Beinfreiheit als heutige Limousinen seiner Fahrzeugklasse, so Mercedes. Dies erreichen die Ingenieure durch den Einsatz neuartiger elektronischer Pedale für Gas und Bremse. Sie bestehen aus kraftsensitiven Flächen, die die Befehle des Autofahrers an Motor und Bremssystem übertragen. Da diese Technik weniger Platz beansprucht als herkömmliche mechanische Pedale, können die Sitzpositionen von Fahrer und Beifahrer um zwölf Zentimeter vorverlagert werden. Das kommt dem Platz im Fond zugute.

Türen öffnen sich konventionell oder gegenläufig
Auch bei den Türen gibt es neue Lösungen. Sie können auf zwei verschiedene Arten geöffnet werden: entweder konventionell oder gegenläufig. Bei der zweiten Variante schwenkt die verkürzte B-Säule mit der Fondtür nach hinten, sodass ein insgesamt 1,90 Meter breiter Ein- oder Ausstiegsbereich entsteht. Anstelle durchgehender B-Säulen konstruierten die Stuttgarter Forschungsingenieure eine neuartige Zentralsäule und erreichen auf diese Weise die nötige Steifigkeit.

Neues Bedien- und Anzeigekonzept
Im Cockpit sind die Anzeigen des Hauptinstruments frei programmierbar. Die Informationen lassen sich mithilfe eines halbdurchlässigen Spiegels optisch überlagern und miteinander kombinieren. Ein Zentral-Display ist mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm gekoppelt. Weitere Schalter und Taster sind mit speziellen Sensoren ausgestattet, die bereits aus einigen Zentimetern Entfernung auf die Hand des Autofahrers reagieren.

Nachtsichtsystem für höhere Fahrsicherheit
Bei Dunkelheit hilft dem Fahrer ein Nachtsichtsystem. Es besteht aus zwei Infrarot-Lasern in der Frontpartie, deren nicht sichtbares Licht die Fahrbahn bis zu 150 Meter weit ausleuchtet. Zum Vergleich: Das herkömmliche Abblendlicht leuchtet nur rund 40 Meter weit. Eine Kamera an der Frontscheibe nimmt das reflektierte Licht dieser Scheinwerfer auf und wandelt es in eine Schwarz- Weiß-Darstellung um, die im Display erscheint.

Bildergalerie: Der Diesel-Stromer