Einheitliches Gütesiegel soll Verbraucher seriös aufklären

Die Sicherheit von deutschen Reisebussen muss erheblich verbessert werden. Dies ist das Ergebnis des ADAC Busreisen-Tests 2003. "In meinen Augen sind die Resultate unserer Untersuchung alles andere als ein Aushängeschild für die deutsche Busbranche", so ADAC-Präsident Peter Meyer. "Es ist an der Zeit, für Reisebusse ein einheitliches Gütesiegel zu schaffen, das den Verbrauchern einfach und verlässlich anzeigt, ob ein Unternehmen qualifizierte Fahrer und sichere Busse einsetzt."

Acht fielen mit der Note mangelhaft durch
Acht der getesteten Ausflugsfahrten und Ferienreisen fielen im Test mit mangelhaft oder gar sehr mangelhaft durch. Lediglich zwei Angebote wurden mit sehr gut und weitere acht mit gut bewertet. Die restlichen 17 Bustouren kamen über ein ausreichend nicht hinaus.

Gravierende Mängel
Als gravierendste Mängel wurden Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten, überhöhte Geschwindigkeiten, fehlende Sicherheitshinweise und die nicht oder vor Jahrzehnten absolvierte Notfallausbildung festgestellt. Nur die wenigsten Fahrer hatten eine spezielle Sicherheitsausbildung wie beispielsweise ein Fahrertraining absolviert. Die vorhandenen Sicherheitsgurte wurden oft nicht benutzt und die Fahrgäste auch nicht aufgefordert, sich anzuschnallen.

Sieger und Verlierer
Der Testsieger, Gross Reisen International aus Heilbronn, setzte für die Fahrt nach Luzern einen fast neuen Reisebus ein und einen Fahrer, der fast alles richtig machte. Das zweite Sehr Gut erhielt eine Ausflugsfahrt der Anton Graf GmbH in Herne nach London. Der Testverlierer, das Omnibusunternehmen Lahrmann aus dem niedersächsischen Wagenfeld, fuhr für eine Vereinsfahrt mit einem 14 Jahre alten Bus auf schwer beschädigten Reifen zum Ziel.

Schärfere Richtlinien müssen her
"Die teilweise eklatanten Sicherheitsdefizite bei einigen Unternehmen machen deutlich, dass es höchste Zeit ist, freiwillig Maßnahmen zu mehr Sicherheit in den Reisebussen zu ergreifen. Tun sie dies nicht, wird der Gesetzgeber mit schärferen Regelungen und strengeren Kontrollen tätig werden müssen", so Meyer weiter. Bei seinem Test nahm der ADAC Tagesfahrten, Ferienreisen und Mietomnibusreisen unter die Lupe. Mit der Auswahl der zu testenden Reisen hatte der ADAC das Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) in Erfurt betraut. Praktisch durchgeführt wurde der Test von unabhängigen Sachverständigen der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Die Tester waren von August bis September 2003 unterwegs.
(pk)

Bildergalerie: ADAC Busreisen-Test