Glanzstück der Audi-Geschichte wurde aufwändig restauriert

Vom Audi Imperator, ein Achtzylinder-Modell aus dem Jahr 1929, gibt es weltweit nur noch ein Exemplar. Soeben wurde das imposante Fahrzeug nach zweijähriger Restaurationszeit an das Automuseum Audi Tradition in Ingolstadt übergeben.

Neuer Aufbau war nötig
Das 5,16 Meter lange Gefährt war Ende der 1990er-Jahre in Sachsen entdeckt und von Audi Tradition gekauft worden. Ähnlich wie ein Imperator-Käufer in den 1920er-Jahren, erhielt auch Audi den Oldie als Fahrwerk mit Motor. Damals hatten die gutbetuchten Käufer (der Preis von über 16.000 Reichsmark entsprach dem Wert eines kleineren Hauses) das Chassis an Kutschenbauer weitergereicht, um sich Karossen ihrer Wahl entwerfen zu lassen. Der Restaurator von heute musste sich an Originalfotos aus dem Audi-Archiv orientieren. Seine Wahl fiel schließlich auf einen offenen Tourenwagen.

Der Imperator war leider ein Flop
Ein großer Erfolg war Audi Ende der 1920er-Jahre mit dem Imperator übrigens nicht beschieden. Der Achtzylinder fiel hinein in die wirtschaftlich schwierige Zeit der Audi Werke, die in der Übernahme des DKW Gründers Jörgen Skafte Rasmussen mündete. Die ausbrechende Weltwirtschaftskrise verschlechterte zusätzlich die Marktchancen. Ganze 145 Stück wurden vom Imperator gebaut. Ralf Hornung, bei Audi Tradition für Ankauf und Restauration der historischen Fahrzeuge zuständig: ,Der Imperator war ein hervorragendes Auto aber zur falschen Zeit auf dem Markt."

Wahrscheinlich ein Feuerwehr-Fahrzeug
Das weltweit letzte Exemplar ging laut Hornung durch viele Hände und dürfte aus einer besonderen Situation heraus überlebt haben. Der Oldtimer-Spezialist: ,Es steht zu vermuten, dass das Fahrzeug einer Feuerwehr dienen sollte. Dort wurden die Autos immer pfleglich behandelt." Gekauft hat Audi das betagte Luxusgefährt jedenfalls in einem sehr passablen Zustand.

Auspuff-Schalmei als Hupe
Ein paar technische Feinheiten weist der 100 PS starke Wagen mit seinen fünf Litern Hubraum auf: Die Motorhaube bestand aus Aluminium. Im damaligen Audi Markenzeichen 1 war ein Thermometer integriert. Der Reifenwechsel konnte mit nur einer Zentralmutter durchgeführt werden. Das historische Fahrzeug wurde von einem speziellen Schnecken-Hinterachsantrieb bewegt. Bemerkbar machte sich der Imperator-Chauffeur durch eine sogenannte Auspuff-Schalmei, die auch heute noch wie ein Nebelhorn röhrt. Allzu oft dürfte der letzte weltweit verbliebene Audi Imperator aber nicht ausgerückt sein. Ganze 19.000 Kilometer standen auf dem Tacho.

Nur für besondere Anlässe
Fürs erste ist es bei Audi Tradition nicht vorgesehen, das nun wieder in altem Glanz erstrahlende Automobil im Audi Museum Mobile in Ingolstadt zu präsentieren. Thomas Frank, Leiter Audi Tradition: ,Der Audi Imperator wird vorerst ausschließlich bei besonderen Unternehmensauftritten zum Einsatz kommen."
(mh)

Bildergalerie: Der letzte Imperator