Die Neuauflage des edlen 2+2-Sportcoupés geht im März 2006 an den Start

Zwischen dem E-Type aus den 60er-Jahren und dem aktuellen XK besteht zwar keine nahtlos direkte Linie, doch der edle Luxus-Sportler XK ist der einzig legitime Nachfolger des langschnäuzigen Coupés aus dem Hause Jaguar. Diese Tradition wird – typisch britisch – gehegt und gepflegt. Und so kommt schon bald der E-Type-Enkel XK im neuen Gewand und mit deutlich verbesserter Technik zu uns.

Aston Martins Bruder
Anfang 2005 hat Jaguar mit der Studie Advanced Lightweight einen Ausblick auf den neuen XK gegeben. Und dieser Ausblick war sehr konkret, denn der Serien-XK wurde nur noch leicht verändert. Auffällig ist die Ähnlichkeit zum Aston Martin DB9. Und schon deshalb dürfte der XK ankommen, da die aktuellen Modelle von Aston Martin als heiß begehrte Design-Ikonen gelten.

Deutlich abgespeckt
Auch technisch hat der neue XK an Attraktivität gewonnen. Dafür sorgt unter anderem seine Monocoque-Karosserie aus Aluminium. Dank dieser Leichtbau-Lösung konnte der XK bei erhöhter Steifigkeit deutlich abspecken. Mit nur 1.595 Kilogramm – 140 Kilo weniger als bisher – zählt er tatsächlich zu den Leichtgewichten seiner Klasse.

Etwas spritziger
Angetrieben wird der neue XK vom bekannten 4,2-Liter-V8-Saugmotor mit weiterhin 298 PS. Eine neue Einspritzung soll den Motor fit für die Euro-4-Abgasnorm machen. Wie bisher stellt das V8-Triebwerk 411 Newtonmeter bei 4.100 Umdrehungen bereit, zwischen 2.000 und 6.000 Touren liegen mehr als 340 Newtonmeter an. Trotz der unveränderten Leistung dürfte der neue Leichtbau-XK spürbar mehr Agilität bieten. Nach Aussage von Jaguar sprintet die abgespeckte Rassekatze in nur 6,2 Sekunden auf Tempo 100 – das sind zwei Zehntelsekunden schneller als bisher. Die Höchstgeschwindigkeit wird wie gehabt bei 250 km/h abgeregelt.

Mehr Komfort
Neben verbesserten Fahreigenschaften soll der neue XK den Fahrgästen zudem mehr Komfort bieten. Mit längerem Radstand, breiterer Spur und einer höheren Dachlinie sollen Fußraum und die Schulterfreiheit gewachsen sein. Erstmalig wird es den XK mit schlüssellosem Zugangs- und Startsystem geben. Nähert sich der Fahrer mit dem passenden Sig­nalgeber in der Hosentasche dem XK, entriegelt dieser automatisch. Gestartet wird per Knopfdruck.

Aufgeräumtes Cockpit
Anstelle des traditionell überfrachteten Jaguar-Cockpits mit vielen Schaltern und Knöpfen trumpft der XK mit neuer Übersichtlichkeit auf. Im Instrumententräger befindet sich zwischen Tacho und Drehzahlmesser ein TFT-Display, welches Informationen zu Gangwahl, Tempomat, Reifenluftdruck und zur Navigation anzeigt. Über einen Sieben-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole lassen sich Klimatisierung, Audioanlage und die DVD-Navigation steuern.

Neue adaptive Automatik
Als Neuheit verfügt der jüngste XK über am Lenkrad montierte Schaltwippen für die Bedienung der neuen sequenziellen Sechsgang-Automatik. In den Modi ,D" oder ,Sport Manual" lassen sich die Gänge über One-Touch-Wippen wechseln. Die Schaltkulisse der adaptiven Automatik wurde L-förmig angeordnet, mit der man zwischen den Modi P, R, N, D und Sport wählen kann. Bewegt man den Wählhebel entlang der Basis des L, wechselt die Schaltung in den Modus ,Sport Auto", der für sportlichere Schaltvorgänge und damit ein noch rascheres Ansprechen ausgelegt ist.

Schärfere Bremsen
Für mehr Sicherheit und Fahrspaß sollen unter anderem die neuen Bremsen sorgen. Ein überarbeitetes ABS ermöglicht laut Jaguar mehr Lenkkontrolle bei scharfen Bremsmanövern. Die neue Servolenkung soll bei geringem Tempo leichtgängiger sein und bei hohem Tempo eine sportlichere Rückmeldung bieten.

Auf Nummer sicher
Insgesamt wurde die Sicherheitstechnik beim XK deutlich aufgerüstet. So gibt es neuerdings eine Reifenluftdruck-Kontrolle, Reifen mit Notlaufeigenschaften, aktive Kopfstützen, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) mit automatischem Abstandshalter, eine Traktionskontrolle und die neue umschaltbare dynamische Stabilitätskontrolle ,TRAC DSC". Optional gibt es außerdem aktive Scheinwerfer, bei denen sich das Abblendlicht an die Geschwindigkeit und den Lenkradeinschlag anpasst.

Cabriolet und XKR
Jaguar wird vom XK auch wieder die starke Variante XKR auflegen. Ob der XKR mit 395 PS oder sogar mehr Leistung kommen wird, ist noch ungewiss. Vermutlich dürfte die Sportversion in knapp fünf Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Mit der Präsentation der eiligen XK-Variante wird sich Jaguar noch etwas Zeit lassen. Vor dem XKR soll noch das Cabriolet debütieren. Der offene XK könnte Anfang 2006 auf der Detroit Motor Show stehen und wird zeitgleich mit dem Coupé auf den Markt kommen – also im Frühjahr 2006.
(mh)

Bildergalerie: Abgespeckte Wohlgestalt