Sicherheit ist Glückssache

Tests von Reisebussen nicht zufrieden stellend. Nur ein Drittel der Busreisen war gut oder sehr gut, fast die Hälfte kam über ein durchschnittlich nicht hinaus und jede sechste Reise fiel durch.

Sicherheit ist Glückssache
Im Vergleich zum Vorjahr, als der Automobilclub zum ersten Mal Busfahrten überprüft hat, ist zwar eine leichte Verbesserung feststellbar. Grund zur Entwarnung besteht jedoch nicht. Für die Verbraucher ist Sicherheit auf durchgehend hohem Niveau noch nicht in Sicht. Kontrolliert wurden insgesamt 37 Busreisen, davon 19 Ferienreisen, 14 Ausflugs- und vier Fahrten mit Mietomnibussen. Nur eine Reise schnitt mit der Note sehr gut ab, 13 mit der Note gut. 17 Mal vergaben die Tester die Wertung durchschnittlich, sechs Mal mussten sie zum Urteil bedenklich greifen. Die schlechteste Note mangelhaft musste nicht erteilt werden.

Note sehr gut gab es nur einmal
Testsieger und als einzige Fahrt mit einem sehr gut ausgezeichnet wurde die Klassenfahrt von Werder nach London von City Tours Zeitz. Der ein Jahr alte Doppeldeckerbus war mit elektronischem Bremssystem, Rückfahrwarner und zwei Treppenaufgängen ausgestattet. Vorbildlich auch die Busfahrer: Vor Fahrtbeginn kontrollierten sie den technischen Zustand, gaben ausführliche Sicherheitshinweise und sorgten dafür, dass sich die Schulkinder richtig angeschnallt hatten. Beide waren hervorragend geschult und überzeugten durch defensiven und umsichtigen Fahrstil. Mit deutlichem Abstand und der Note gut wurde die Gewinnreise Istrien – Kroatien der Schack-Touristik (Alsfeld–Eudorf) Zweite im Test. Der dabei eingesetzte komfortable und gepflegte Bus war technisch auf dem neuesten Stand. Punktabzüge gab es hier vor allem wegen fehlender Sicherheitsinformationen und für das Verhalten zweier Fahrer, die entweder nicht angeschnallt waren oder die Geschwindigkeitsbegrenzungen öfter nicht einhielten.

Schlechte Sicherheitshinweise und -ausstattung
Anders die Ausflugsfahrt Insel Helgoland der Urban-Reisen Gladbeck. Der Testverlierer schaffte mit großem Abstand zum Restfeld gerade noch die Note bedenklich. Die Tester beanstandeten neben Mängeln bei Sicherheitshinweisen und -ausstattung vor allem das Verhalten des Fahrers. Aufgrund großen Zeitdrucks überfuhr er rote Ampeln und kümmerte sich nicht um eine dringend nötige Unterbrechung seiner Lenkzeit.

Bewertungskategorien sehr unterschiedlich
In der Gesamtbetrachtung sind die Ergebnisse der bewerteten Kategorien sehr unterschiedlich ausgefallen. Während in der Kategorie Konstruktion und Stabilität der Busse nahezu alle Anforderungen des Tests erfüllt wurden, mussten bei den Sicherheitsinformationen für Fahrgäste deutliche Defizite festgestellt werden. Diese Kategorie schnitt bei weitem am Schlechtesten ab, nur drei Fahrten konnten den Anforderungen genügen. Weit weniger schlecht, aber noch lange nicht gut: das Sicherheitsmanagement in den Unternehmen und die Sicherheitsausstattungen. In beiden Kategorien konnten allerdings zumindest etwas mehr als die Hälfte der Punkte positiv bewertet werden.

Mit der Auswahl der Reisen sowie der Auswertung betraute der ADAC das Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) in Erfurt. Praktisch durchgeführt wurde der Test von unabhängigen Sachverständigen der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Die Tester waren zwischen dem 25. April und dem 17. Juli 2004 unterwegs.
(pk)

ADAC testet Busreisen