Innovative Sicherheitsideen, umgesetzt an Kleinstwagenstudie

Das Thema Sicherheit steht im Vordergrund bei der Studie Nido. Das Auto wird von dem italienischen Autodesigner Pininfarina auf dem Pariser Autosalon, der vom 25. September bis 10. Oktober 2004 stattfindet, präsentiert. Der Name Nido ist Programm: Er bedeutet im Italienischen so viel wie Nest. Ein kleines, zweisitziges Auto so sicher wie ein Vogelnest für den geflügelten Nachwuchs zu machen, war das Ziel der Ingenieure. Der Nido misst mit 2,89 Metern Länge nur rund 40 Zentimeter mehr als ein Smart Fortwo.

Drei Sicherheitselemente
Pininfarina ging vom Konzept der Kompatibilität aus: Danach müssen kleine Fahrzeuge auch beim Zusammenstoß mit viel größeren Autos die Sicherheit der Insassen gewährleisten. Um dies auch bei einem sehr kleinen Fahrzeug sicherstellen zu können, haben die Pininfarina-Ingenieure dem Nido drei Sicherheitselemente auf den Weg gegeben. Das erste ist ein Rahmen, der rund zwei Drittel des Fahrzeuggewichts ausmacht. In diesem Rahmen sind Bauelemente wie das Fahrwerk und der Motor untergebracht. Er besteht aus einem verformbaren, vorderen Teil und einer Sicherheitszelle für die Insassen.

Eine Schale für die Insassen
Ein zweites Element ist eine Art Schlitten für die Insassen. Er bewegt sich bei einem Aufprall horizontal auf einer Führungsschiene nach vorne. Der Schlitten macht rund ein Drittel des Fahrzeuggewichts aus. Das dritte Element besteht aus zwei Dämpfern, die bei einem Unfall die Vorwärtsbewegung des Schlittens auffangen.

Sicherheitsschlitten bewegt sich nach vorn
Bei einem Frontalaufprall wird ein Teil der Energie durch den verformbaren Teil des Rahmens aufgenommen. Die restliche Energie bewirkt, dass sich der Schlitten nach vorne bewegt. Die beiden Dämpfer zwischen Fahrgastzelle und Schlitten bremsen diese Bewegung. Diese Technik, hier auf ein zweisitziges Stadtfahrzeug mit Heckmotor angewandt, kann auf einen zweisitzigen Sportwagen mit Mittelmotor übertragen werden, so Pininfarina.

Weiche Oberflächen im Innenraum
Im Inneren wurden weiche Materialien verwendet, um Verletzungen bei einem Aufprall zu minimieren. Ein elektronisches Gas- und Bremspedal (Brake and Steer by Wire) machen eine mechanische Kopplung unnötig und verhindern so, dass der Fahrer bei einem Zusammenprall durch die nach innen geschobenen Pedale verletzt wird. Das speichenlose Lenkrad erleichtert den Blick auf die Instrumente und leistet so ebenfalls einen Beitrag zur Sicherheit.

Auch Fußgänger werden geschützt
Damit Fußgänger bei einem Zusammenprall möglichst wenig geschädigt werden, wurden verschiedene Energie absorbierende Zonen definiert. Die Scheinwerfer wurden oben angeordnet, um den ,weichen" Bereich auf der Fronthaube zu vergrößern.
(sl)

Ein Sicherheitsnest