Weltweit erster V6-Motor mit variabler Nockenwellenverstellung für Ein- und Auslassseite

Für die künftige SLK-Klasse hat Mercedes-Benz einen neuen Sechszylinder-Benzinmotor entwickelt. Er hat 3,5 Liter Hubraum und vier Ventile pro Zylinder. Mit 272 PS Leistung und 350 Newtonmetern Drehmoment zählt der Sechszylinder zu den stärksten V6-Motoren seiner Hubraumklasse, so Mercedes. Das maximale Drehmoment steht ab 2.500 U/min zur Verfügung und bleibt bis 5.000 Touren konstant.

Variable Nockenwellenverstellung
Der aus Aluminium hergestellte Motor besitzt - als weltweit erster V6-Motor - eine variable Nockenwellenverstellung für die Ein- und Auslassseite, die Leistung und Drehmoment steigern und den Verbrauch verringern soll. Denn mit Hilfe der Nockenwellenverstellung öffnen und schließen die Ventile in jeder Fahrsituation zum jeweils günstigsten Zeitpunkt, sodass sich der Gaswechsel in den Zylindern verbessert und die Energieverluste reduziert werden.

Verstellbare Saugrohre und Tumble-Klappen
Die Länge der Saugrohre lässt sich je nach Drehzahl variieren, um eine bestmögliche Drehmoment- und Leistungsausbeute zu erzielen. Bereits ab 1.500 U/min entwickelt der neue V6-Motor so rund 87 Prozent seines Drehmomentmaximums. Die Einlasskanäle sind mit neu entwickelten Tumble-Klappen ausgestattet, die den Ansaugvorgang und die Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches verbessern sollen. Durch den Einsatz dieser neuartigen Klappen verringert sich der Spritverbrauch je nach Drehzahl um bis zu 0,2 Liter je 100 Kilometer - bei verbesserter Laufruhe.

Thermostat regelt Wärmeströme
Ein intelligentes Wärmemanagement trägt ebenfalls zur Kraftstoffersparnis bei. Die Ingenieure entwickelten einen neuartigen Thermostat, der die Wärmeströme in dem Sechszylinder so lenkt, dass Motoröl und Kühlmittel stets optimale Temperaturen haben. Eine Abgasreinigungsanlage sorgt dafür, dass die Emissionswerte unter den Euro-4-Limits liegen. Die beiden motornah angeordneten Katalysatoren werden jeweils von zwei Lambda-Sonden überwacht. Sie liefern bereits während der Warmlaufphase Daten an den Motor-Computer, der das Triebwerk so steuert, dass die Katalysatoren ihre Betriebstemperaturen schneller erreichen.

Leichtbau-Triebwerk mit Ausgleichswelle
Kurbelgehäuse und Zylinderkopf des neuen Motors bestehen aus Aluminium. Das Leichtbau-Triebwerk besitzt außerdem gewichtsreduzierte Pleuel, Kolben und Gegengewichte, die zur Laufruhe beitragen. Zwischen den Zylinderwänden rotiert eine Ausgleichswelle gegenläufig zur Kurbelwelle und kompensiert Motorschwingungen.

Akustik als Schwerpunkt
Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung lag bei der Akustik. Ziel der Ingenieure war es, zunächst die Motorengeräusche zu reduzieren und anschließend den sportlich-sonoren Klang des Sechszylinders zu gestalten. Neuartige Ansaugrohre, ein besonderer Luftfilter mit integrierten Resonatoren und eine Vielzahl anderer Details wurden verwendet, um den Geräuschkomfort zu verbessern. Den gewollten Motor-Sound erreichen die Fachleute durch eine gezielte Abstimmung der Auspuffanlage.
(sl)

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