Äußerlich der Tradition verpflichtet, wird der kastenartige Offroader von einem Diesel angetrieben

Im August 1965 wurde der Ford Bronco erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, gebaut wurde er 1966 bis 1977. Nun kehrt er zurück - zunächst als Studie. Zu sehen ist der Offroader vom 10. bis 19. Januar 2004 auf der Detroit Motor Show. Die silbern lackierte, 4,08 Meter lange Studie wirkt so kastenartig wie der Bronco der 60er-Jahre. Runde Frontscheinwerfer, der Namenszug "Bronco" im Grill sind weitere authentische Elemente. Ebenfalls offroad-typisch: In die martialisch wirkende Front ist eine Winde integriert.

18-Zöller
Kernige Geländefähigkeiten versprechen die Bodenfreiheit von knapp 27 Zentimetern und die 18-Zoll-Räder mit den grobstolligen Reifen. Das Ersatzrad in derselben Größe ist allerdings nicht wie bei den meisten Offroadern außen am Heck, sondern im Gepäckraum untergebracht. Statt einer Heckklappe hat der Bronco eine Hecktür, die zur Seite schwingt.

Cabrio-Erfahrung möglich
Das Dach besteht aus zwei Teilen; der hintere Part kann entfernt werden, um den Insassen eine Cabrio-Erfahrung zu ermöglichen. Die zwei Sitze sind mit hellbraunem Wildleder überzogen. Das Armaturenbrett enthält zwei Rundinstrumente: den Tacho und eine Kombination von Kilometerzähler und Kompass.

Unamerikanisch: Diesel-Motor
So uramerikanisch der Bronco aussieht, so wenig amerikanisch ist die Motorisierung: Die Studie wird von einem Diesel angetrieben. Der 2,0-Liter-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung stammt aus den europäischen Ford-Modellen. Der 130 PS starke 16-Ventiler liefert ein Drehmoment von 330 Newtonmetern bei 1.800 Touren.

Doppelkupplungsgetriebe
Der Motor wird mit einem besonderen Sechsgang-Getriebe kombiniert. Es trägt den Namen Powershift und besitzt zwei Kupplungen wie das Doppelkupplungsgetriebe DSG des VW-Konzerns. Die zwei Kupplungen tragen zu geringeren Schaltpausen bei und erhöhen die Verbrauchseffizienz. So benötigt Powershift fünf Prozent weniger als eine normale Sechsgang-Automatik und erreicht eine um sechs Prozent besser Beschleunigungszeit. Powershift besitzt einen Automatik- und einen manuellen Modus. Im manuellen Modus wird wie in der Formel 1 mit zwei Tasten am Lenkrad geschaltet.

Der Stickoxid-Kick
Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, haben die Ingenieure eine Stickoxid-Gas-Einspritzung eingebaut. Viele Motorradfahrer kennen den - in Deutschland nicht erlaubten - Trick: Auf Knopfdruck wird eine kleine Menge Gas zur Benzin-Luft-Mischung gegeben, und ab geht`s. So erreicht man kurzzeitig eine enorme Leistungssteigerung. Ein 50-PS-Boost und eine um rund 20 km/h höhere Höchstgeschwindigkeit sind die Vorteile.

Permanenter Allradantrieb
Der Bronco besitzt einen permanenten Allradantrieb. Eine elektronisch gesteuerte Kupplung sorgt dafür, dass die Hinterräder nur bei Bedarf angetrieben werden. Sensoren am Gaspedal und an allen vier Rädern ermöglichen es.

Kleine Ergänzung
Der kleine und besonders geländetaugliche Bronco könnte die bestehende Offroad-Palette von Ford in den USA nach unten hin ergänzen. Gegenwärtig verkauft Ford in den USA schon vier Offroad-Modelle: Escape, Explorer, Expedition und Excursion.
(sl)

Ford Bronco