Nur fünf von 20 Akkus für Mittelklasseautos können überzeugen

Autobatterien werden von eiskalten Winternächten vor eine ernsthafte Bewährungsprobe gestellt. Deshalb hat der ADAC 20 Zwölf-Volt-Starterbatterien der Größenklasse 60 bis 66 Amperestunden für Mittelklassefahrzeuge getestet. Das Ergebnis: Kein Modell erreichte die Note "sehr gut", fünf Akkus schnitten mit "gut" ab und ein großes Mittelfeld bestehend aus zehn Batterien wurde mit "befriedigend" beziehungsweise "ausreichend" bewertet.

Fünfmal mangelhaft
Immerhin fünfmal mussten die Tester "mangelhaft" vergeben. Testsieger ist eine Original-Ersatzbatterie vom VW-Konzern zum Preis von 90 Euro, kraftloses Schlusslicht im Test ist die allerdings auch nur halb so teure "High Power". Gecheckt wurden neben Kapazität und Kaltstart bei minus 18 Grad Celsius auch die Haltbarkeit, die Ladungsaufnahme, der Wasserverbrauch, die Rüttelfestigkeit, die elektrostatische Entladung und die Tiefentladung sowie die innere Korrosion.

Winterzeit: Batterien streiken
Rund 660.000-mal mussten die Fahrer der ADAC-Straßenwacht im vergangenen Jahr zur Starthilfe ausrücken – Ursache war oft eine defekte Batterie. Dass ein Stromspender an akuter Altersschwäche leidet, zeigt sich jedoch häufig erst im Winter, wenn viele Stromverbraucher im Auto wie etwa die Heckscheiben- oder die Sitzheizung in Betrieb sind und vor allem im Stadtverkehr an den Reserven des Akkus zehren.

Batterien vor Wintereinbruch überprüfen
Batterien sollten deshalb bereits vor Wintereinbruch vom Fachmann überprüft und notfalls ausgetauscht werden. Dabei zahlt sich ein Preisvergleich in jedem Fall aus, und auch Rabatte von bis zu 30 Prozent auf den Listenpreis sind keine Seltenheit. Der Test hat auch gezeigt, dass es nicht immer die teuersten Batterien sind, die die nötige Kraft aufbringen, wenn's drauf ankommt. So belegte die mit 120 Euro teuerste Batterie "Varta Silver dynamic" nur einen Mittelplatz, die nur einen Rang schlechtere "Dynamic" war bereits für 45 Euro zu haben.

Preisbildung sehr undurchsichtig
Das Marktgeschehen bei Autobatterien insgesamt und auch die Preisbildung im Speziellen sind für den Verbraucher sehr undurchsichtig. Obwohl der Markt fest in den Händen der großen Hersteller Varta, Delphi, Exide und Fiamm ist, produzieren sie, je nach Abnehmer, unterschiedliche Qualitäten zu unterschiedlichen Preisen. Den Nachteil hat der Käufer, denn er kann nicht kontrollieren, ob eine Batterie alle gewünschten Eigenschaften hat, die das Label vermuten lässt. Deshalb appelliert der ADAC an die Branche, mehr Transparenz bei der Kennzeichnung ihrer Produkte herbeizuführen. So sollte insbesondere leicht erkennbar sein, wie alt eine Batterie ist und bis wann sie zum Einsatz kommen sollte.
(pk)