Designstudie zeigt, dass auch ein Elektromobil gut aussehen kann

Mit der Konzeptstudie 3CC stellt Volvo jetzt ein Fahrzeug vor, das neue Dimensionen für die Nutzung des Automobils aufzeigen soll. Weltpremiere hat der Volvo 3CC auf dem 6. Challenge Bibendum. Der weltgrößte Vergleichswettbewerb für umweltverträgliche Fahrzeuge findet vom 12. bis 14. Oktober 2004 in Schanghai statt.

3 Seats Concept Car
Der 3CC – das Kürzel steht für 3 Seats Concept Car – ist ein aerodynamischer Kraftkeil. Die Ingenieure hatten die Aufgabe, ein Zukunftskonzept zu ersinnen, das nicht nur energieeffizient, sondern auch ein Kick fürs Auge ist. Kurzum: emissionslos, aber nicht emotionslos. Was die Gestaltung angeht, ist das gelungen, denn der 3CC sieht wirklich gut aus. Doch der eigentliche Clou steckt unter der Haube: Ein Elektroantrieb bringt den Volvo 3CC in Schwung. Und zwar nicht wenig, denn das Auto spurtet aus dem Stand in rund zehn Sekunden auf Tempo 100. Das Drehmoment des Volvo 3CC entspricht in etwa dem des Volvo S40 T5, der 320 Newtonmeter aufbieten kann. Es steht aber nicht erst ab 1.500 Touren, sondern schon ab null U/min zur Verfügung.

,Neue automobile Freiheiten"
Sportliche Leistungen also, und das ohne Emissionen, denn wo Ampere fließen statt Kraftstoff, da gibt es kein Abgas. ,Mit dem 3CC schlägt Volvo einen Weg ein, der für nach uns kommende Generationen zu neuen automobilen Freiheiten führen könnte", sagt Lars Erik Lundin, bei Volvo mitverantwortlich für Designstudien. ,Wir denken, es ist an der Zeit, Auswege aus Umweltverschmutzung und Verkehrsinfarkt aufzuzeigen", so Lundin weiter.

Nach oben öffnende Türen
Mit seinen Außenmaßen – 3,90 Meter Länge, 1,62 Meter Breite, 1,32 Meter Höhe – hat der rauchlose Renner die Dimensionen eines klassischen Zweisitzers. Doch das ist Understatement. Beim Einstieg outet sich der Sportliche als 2+1-Sitzer.
Die nach oben öffnenden Türen, das Armaturenbrett, das sich dabei nach vorn verschiebt, und die ausgeklügelte Gleitmechanik der Sitze machen den Einstieg, auch in den Fond, einfach.

Leichtbautechnik mit CFK
Der 3CC ist in Leichtbautechnik gebaut. Beim Aufbau hat man sich für einen Gitterrahmen aus hochfestem Stahl und eine Bodengruppe aus Verbundwerkstoffplatten in Sandwichbauweise entschieden. Die Außenhaut wird aus einer CFK-Schale gebildet. CFK ist kohlefaserverstärkter Kunststoff, wie er etwa auch für Tennisschläger verwendet wird. ,Die Sandwichstruktur des Fahrzeugbodens, die den Stromspeicher aufnimmt, ist ein Zukunftskonzept", schwärmt Ichiro Sugioka, der zuständige Volvo-Ingenieur. ,Sie kann an alle Antriebsarten, sei es mit Verbrennungsmotoren oder mit Hybriden, angepasst werden. Beim Bibendum in Schanghai zeigen wir die Lösung mit Elektroantrieb, gerade weil sie die reizvollste ist und wir ihr Potenzial herausstellen wollen", erklärt Sugioka weiter.

Nur 300 Kilometer Reichweite
Gespeist wird das Fahrzeug aus einer Lithium-Batterie. Der Elektroantrieb wird durch eine Bremsenergie-Rückgewinnung unterstützt. Im Fahrbetrieb lassen sich so rund 20 Prozent der aufgewendeten Energie zurückgewinnen. Damit ist eine Reichweite von etwa 300 Kilometern zu erreichen – nicht eben besonders viel. Dies und das geringe Spitzentempo von 135 km/h zeigen, dass der 3CC noch nicht in allen Disziplinen mit herkömmlichen Sportwagen mithalten kann.

18-Zoll-Räder
Der als Fronttriebler konzipierte Volvo 3CC hat eine Doppelquerlenkerachse vorn und hinten. Die Radaufhängung vorn besteht aus einer horizontalen, einstellbaren Feder über dem Dämpfer, wodurch die Höhe der Haubenlinie sehr niedrig gehalten werden konnte. Hinten ist die Feder vertikal eingebaut. Der Volvo 3CC rollt auf 18-Zoll-Rädern mit Hochleistungsreifen. Im Innenraum finden sich anstelle von Druckknöpfen Sensortasten für Beleuchtung, Klima- und Audioanlage. Sie sprechen schon bei fünf Millimetern Fingerabstand an.
(sl)

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