Farbe in Sicht? Noch sind die meisten Autos silbern, aber das könnte sich ändern

Sieht man sich vom Straßenrand aus den Verkehr an, dann wird schnell klar, welche Farbe bei uns die populärste Autolackierung ist: Silber. Wie beliebt die anderen Farben sind und ob sich bald ein Trendwechsel hin zu knalligeren Farben ergibt, zeigt jetzt eine Studie auf, die der Farbenhersteller Dupont veröffentlicht hat.

Silber in den USA viel weniger populär
Der 2003 Global Colour Popularity Report zeigt nicht nur die Farbvorlieben der Europäer, sondern auch die der Nord- und Südamerikaner sowie der Japaner auf. Dabei werden interessante Unterschiede offenbar: In Europa ist Silber - wie seit Jahren - die beliebteste Autofarbe. In den USA ist das ganz anders. Im Jahr 2003 wurde bei uns jeder dritte Neuwagen silberfarben lackiert, jenseits des großen Teichs nur jeder fünfte. Nimmt man aber alle Neutralfarbtöne - also Silber, Grau, Schwarz und Weiß - zusammen, ist das Ergebnis diesseits und jenseits des Atlantiks etwa gleich: Zwei Drittel aller Neuwagen fallen in diese Kategorie. "Die Beliebtheit von Silber-, Grau- und Schwarztönen beschränkt sich nicht nur auf Autos, sondern spiegelt Design-Trends aus vielen Konsumgüterbereichen in Europa und anderswo wieder", erläutert Marketing Manager William Kings von Dupont.

Internationale Unterschiede
Auch in anderen Kontinenten ist Silber beliebt. Manchmal gibt es aber auch Überraschungen. So wird in Brasilien jeder dritte Wagen in Silber ausgeliefert, im angrenzenden Venezuela aber nur jeder sechste. Das einzige Land, wo Silber ernsthaft Konkurrenz bekommt, ist Japan, wo Weiß nur vier Prozentpunkte hinter Silber liegt.

Rot nun vor Grün
Und die anderen Farben? Tabellenzweiter ist in Europa mit deutlichem Abstand Blau, während sich die Anteile der restlichen Farben in etwa gleichmäßig verteilen. Das ehemals so beliebte Grün steht jetzt mit fünf Prozent nur noch auf dem sechsten Platz. 2002 hatten sich noch fast doppelt so viele Autokäufer für diese Farbe entschieden. Dafür hat sich Rot knapp an Grün vorbeigeschoben. Dass man so oft gelbe Autos sieht, hat mehr mit der Auffälligkeit der Farbe zu tun als mit ihrer tatsächlichen Häufigkeit.

Farbprognosen: Mehr Raffinesse
Und wie sind die Farbprognosen für die Zukunft? "Nach wie vor herrschen goldene Zeiten für Silber", meint Elke Dirks, Colour-Designerin bei Dupont, "doch der wachsende Wunsch nach Abwechslung sorgt auch für Neuigkeiten im farbneutralen Spektrum. Softe Oberflächen, raffinierte Farbwechsel und leicht gold- und orange-getönte Silber- und Grauvarianten sorgen für trendige Alternativen."

Farbige Einsprengsel
Auch silbrige Beigetöne und neutrale Grafitfarben mit feinen türkisfarbenen Glitzerteilchen fallen auf, werden aber nicht als aufdringlich empfunden. Allerdings sind die neuen, raffinierten Farbeffekte auch teurer als Uni-Töne, und so muss wohl erst die gegenwärtig weit verbreitete Spar-Mentalität überwunden sein, bevor uns farbprächtigere Zeiten bevorstehen. Dass das Straßenbild sich aber wieder mehr der Farbe zuneigt, zeigen erste Anzeichen im Klein- und Sportwagenbereich. Hier sind kräftigere Töne auf dem Vormarsch.
(sl)

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