Selbst entwickelte kompakte Brennstoffzelle im X-Trail FCV,
Altima mit Hybridantrieb für 2006

Ein Füllhorn an neuen Serienfahrzeugen zeigt Nissan auf der Tokyo Motor Show vom 19. Oktober bis zum 6. November 2005 speziell für den japanischen Markt. Aber auch im Bereich der alternativen Antriebe, bei Getrieben und in der Unfallforschung bringen die Japaner einige Neuheiten auf Ihren Messestand mit.

Moco: Japanisches Micro-Car erhält Facelift
Auf die spezifischen Bedürfnisse des japanischen Marktes zugeschnitten ist der Moco, den Nissan in Tokio als facegeliftete Variante zeigt. Der 3,39 Meter lange Wagen mit einem 660 Kubikzentimeter großen DOHC-Vollaluminium-Motor zählt zu der in Japan sehr beliebten Kategorie der ,Micro-Cars". Er basiert auf einer Kooperation mit Suzuki, erhielt aber ein völlig eigenes Nissan-Design im Stil des in Japan bereits eingeführten Note.

Bluebird Sylphy: Viel Raum
Der Nissan Bluebird Sylphy ist eine Limousine mittlerer Größe für den japanischen Markt. S-förmige Designelemente spielten sowohl an der Außenhaut wie auch im Interieur eine wichtige Rolle. Der geräumige Innenraum orientiert sich – wie auch bei anderen Modellen – an den Standards des ,Modern Living"-Prinzips. Schon im vorderen Bereich der Kabine soll ein Gefühl großer Offenheit herrschen, dazu genießen die Fondpassagiere eine überdurchschnittlich große Bein- und Kniefreiheit.

Wingroad: Wandlungsfreudiger Kombi
Schon Ende des Jahres 2006 geht der Wingroad in Japan in den Handel. Der kompakte und variable Kombi verfügt über hintere Sitze, die sich über einen Bereich von bis zu 12 Zentimetern längs verschieben lassen. Stehen sie in der hintersten Position, eröffnet sich ein Knieraum wie in einer Luxuslimousine, so Nissan. Die Sitzlehnen sind zudem um bis zu 40 Grad neigungsverstellbar. Das komplette Umlegen der Fondsitze soll mühelos mit einer Hand vom Kofferraum aus gelingen. Eine weitere Annehmlichkeit des Wingroad ist ein aus dem Kofferraumboden ausklappbarer Zusatzsitz, der sich unter anderem als Platz zum Aus- oder Anziehen von Ski- oder Wanderstiefeln eignet. Aber auch an eine portable Unterflurbox, einen leicht zu reinigenden Gepäckraumboden sowie Wasser abweisende Sitzbezüge haben die Entwickler gedacht.

Altima Hybrid und X-Trail-FCV: Alternativantriebe
Neben neuen Studien und Serienmodellen zeigt Nissan auf der Messe in Tokio auch das Spektrum seiner technischen Neuheiten. Zu den wichtigsten Innovationen bei den alternativen Antriebskonzepten zählt der Altima Hybrid, der ab 2006 in Nordamerika angeboten wird. Zugleich intensiviert das Unternehmen seine 1996 begonnenen Forschungen hinsichtlich der Brennstoffzellentechnik. 2003 startete Nissan mit dem Leasing einer Kleinserie von X-Trail-FCV-Modellen, im Februar dieses Jahres folgte nun die erste komplett selbst entwickelte Brennstoffzellen-Einheit. Das neue Paket benötigt 60 Prozent weniger Einbauraum als das Vorgänger-Aggregat und wird durch einen weiterentwickelten Wasserstoffspeicher ergänzt. Der Tank fasst bei gleicher Größe 35 Prozent mehr Betriebsstoff und trägt so zur von 350 auf 500 Kilometer vergrößerten Reichweite des X-Trail-FCV bei, so Nissan.

CVT-Technik weiter im Kommen
Auch vom forcierten Einsatz benzinsparender CVT-Getriebe profitiert die Umwelt, so Nissan. Bis zum Geschäftsjahr 2007 will der Autohersteller den weltweiten Absatz stufenloser Automatikgetriebe auf eine Million Einheiten steigern. Das entspricht dem Vierfachen des heutigen Jahresvolumens. Die damit verbundene Reduktion der CO2-Emissionen entspricht laut Berechnungen der Entwickler dem Einsparfaktor von 200.000 Fahrzeugen mit Hybridantrieb. Die Kombination aus CVT-Getriebe und einem verbrauchsarmen Ottomotor der neuen HR- oder MR-Baureihe wird nach Überzeugung Nissans die CO2-Mengen noch weiter senken. Seit dem Start des ersten stufenlosen Getriebes bei Nissan – es kam 1992 im Kleinwagen Micra zum Einbau – hat das Unternehmen seine Kompetenz in der CVT-Entwicklung ständig ausgebaut. Die dritte Generation des X-Tronic-CVT debütierte im September 2002 im Kompaktauto Cube. Im Dezember des gleichen Jahres hielt es im Murano und im Februar 2003 in der japanischen Oberklasse-Limousine Teana Einzug.

Insassenschutz: Bis 2015 Halbierung der Unfälle
Die Unfallforscher von Nissan haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Zahl der Unfälle auf japanischen Straßen mit Beteiligung von Nissan-Fahrzeugen soll bis 2015 im Vergleich zu 1995 halbiert werden. Bis 2003 gelang bereits eine Reduzierung um 22 Prozent – ein guter Anfang ist also gemacht. Um den positiven Trend fortzuführen, sollen künftig verstärkt proaktive Systeme bei der Crashvorsorge eingesetzt werden. Aktuelle Pre-Safe-Techniken von Nissan sind ein Monitor, der das Fahrzeug in seiner Umgebung aus der Vogelperspektive zeigt, sowie seitliche Überwachungskameras zur Aufdeckung toter Winkel. Aber auch ein neues Spurwechsel-Warnsystem kann einen drohenden Unfall schon im Ansatz verhindern. Meldet die im Innenrückspiegel platzierte Kamera, dass das Fahrzeug ungewollt die gewählte Fahrspur verlässt, schlagen ein akustisches und ein optisches Warnsignal gemeinsam Alarm. Zugleich leitet das System automatisch eine Bremsung ein, um den Fahrer so zur Rückkehr in die richtige Spur zu bewegen. Nissan arbeitet darüber hinaus an einer aktiven Vierradlenkung. Sie soll zum einen die Lenkkräfte beim Rangieren und Einparken reduzieren, zum anderen aber auch das Handling bei schneller Kurvenfahrt und damit die Präzision des Fahrwerks insgesamt verbessern.

Bildergalerie: Nissan in Tokio