Durchbruch in der Dieseltechnik: Studie Vectra OPC mit 212 PS starkem 1,9-Liter-Twinturbo-Diesel

Opel-Ingenieuren ist es erstmals gelungen, die zweistufige Turboaufladung eines Diesels in einem alltagstauglichen Pkw zu realisieren. Die Studie Vectra OPC wird auf dem Genfer Autosalon gezeigt, der vom 4. bis 14. März 2004 stattfindet.

400 Newtonmeter Drehmoment
Die Studie verfügt über ein 1,9-Liter-CDTI-Twinturbo-Triebwerk mit 212 PS. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern steht bereits ab 1.400 U/min zur Verfügung. Damit beschleunigt der Vectra OPC in 6,5 Sekunden von null auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch bei 250 km/h abgeregelt. Das Aggregat erfüllt bereits die Euro-4-Abgasnorm und verbraucht 6,0 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Zwei Lader hintereinander
Mit der Twinturbo-Technik will Opel nichts weniger geschafft haben als den nächsten großen Schritt in der Entwicklung des Diesels. Kern der Technologie ist die Aufladung des Motors durch zwei Abgasturbolader, die im Gegensatz zur Biturbo-Technik nicht parallel, sondern seriell arbeiten. Ein kleinerer, schnell ansprechender Turbolader ist für den unteren Drehzahlbereich zuständig, ein großer, auf hohen Durchsatz ausgelegter Lader schaltet sich bei steigender Drehzahl zu. Mit seiner überlegenen Effizienz ermöglicht die Technik eine extrem hohe spezifische Leistung, ohne Nachteile bei Kraftstoffkonsum und Emissionsverhalten in Kauf nehmen zu müssen.

Spezifische Leistung wie beim Porsche 911 Turbo
212 PS aus 1,9 Litern ergibt eine spezifische Leistung von 112 PS pro Liter. Zum Vergleich: Der Motor, auf dem das Twinturbo-Aggregat basiert, der 150 PS starke 1.9 CDTI hat eine Literleistung von 79, und selbst der Porsche 911 bringt es mit seinem 320-PS-Ottomotor gerade mal auf 89 PS pro Liter. Der neue Diesel spielt in der Liga des 911 Turbo: Der zaubert 420 PS aus 3,6 Litern und bringt es damit auf 117 PS pro Liter. Das Neue ist aber, dass Opel Ähnliches bei einem Diesel schafft.
(sl)

Bildergalerie: Kraft der zwei Lader