Außerdem Valvetronic der zweiten Generation

Die 5er-Reihe von BMW wird im Frühjahr 2005 aufgefrischt. Im 523i, 525i und 530i kommt ein neuer Reihensechszylinder mit Valvetronic. Sie lösen die bisherigen Sechszylindermodelle 520i, 525i und 530i ab. Unverändert bleibt der Achtzylinder im 545i sowie die drei Dieselvarianten 525d, 530d und 535d.

Mehr PS bei den Sechszylindern
Das neue Einstiegsmodell 523i hat nun mit 177 sieben PS mehr als die bisherige Einstiegsvariante 520i. Der Hubraum steigt hier von 2,2 auf 2,5 Liter an. Die Leistung des 525i mit nach wie vor 2,5 Litern Hubraum wurde um 26 PS gegenüber dem Vorgängermodell gesteigert. Der 3,0-Liter-Motor im 530i legt um 27 PS zu. Gleichzeitig gelang es den Ingenieuren, die Verbräuche je nach Modell um bis zu zehn Prozent zu reduzieren. Im Mittel ergibt sich im Vergleich mit den Vorgängermodellen eine beachtliche Verbrauchsreduzierung von etwa sieben Prozent. Möglich macht dies unter anderem die Leichtbauweise. Das Kurbelgehäuse besteht aus Aluminium und Magnesium, und die Nockenwellen wurden durch ein spezielles Fertigungsverfahren deutlich leichter als bisher. Eine weitere Innovation ist eine elektrische Wasserpumpe, die den Kühlmittelstrom bedarfsorientiert regelt. Dies trägt wesentlich zum geringeren Verbrauch bei.

Höhere Drehzahlen durch bessere Valvetronic
Zum geringen Gewicht der Sechszylinder kommt die hohe Leistungsausbeute. So liegt der Dreiliter-Motor des 530i mit 86 PS pro Liter in puncto Literleistung an der Spitze seiner Klasse, so BMW. Wesentlichen Anteil daran hat die Ventilsteuerung Valvetronic. Sie regelt die Öffnungsdauer und die Steuerzeit der Ventile stufenlos und in Abhängigkeit von der Gaspedalstellung. Die neuen Sechszylinder sind die ersten Motoren, in denen BMW die Valvetronic der zweiten Generation einsetzt. Sie erlaubt eine Steigerung der maximalen Drehzahl. So wurde die Nenndrehzahl für 525i und 530i um 400 beziehungsweise 600 U/min auf 6.500 oder im anderen Fall 6.600 U/min angehoben. Die Abregeldrehzahl wird erst bei jeweils 7.000 U/min erreicht.

Allradantrieb xDrive für 525i und 530i
Der 525i und 530i sind als Limousine oder Touring nun auch mit Allradantrieb lieferbar. 525xi und 530xi bekommen das aus X3 und X5 bekannte xDrive-Allradsystem. Allradbedingt verfügen die Modelle mit xDrive serienmäßig anstelle der 16-Zoll-Aluräder in der Basisversion über 17-Zoll-Räder der Dimension 225/50. xDrive ermöglicht eine stufenlose und variable Verteilung der Antriebskräfte zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Drehmomentverteilung übernimmt eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung im Verteilergetriebe. Besonderheit: Das System erkennt eine nötige Veränderung der Kraftverteilung besonders schnell, in der Regel sogar vor einem eventuellen Durchdrehen eines Rads. Das Anti-Schleuderprogramm ESP – bei BMW als DSC bezeichnet – muss erst wesentlich später eingreifen.

Mehr Sicherheit in der Kurve
Unter normalen Fahrbedingungen bleibt die Lamellenkupplung geöffnet, und das Fahrzeug verhält sich wie ein Hecktriebler. Ansonsten kann sich die Kupplung je nach Fahrzustand und Fahrbahnbeschaffenheit mehr oder weniger stark schließen und so mehr Kraft auf die Vorderräder geben. Beim Anfahren etwa ist die Lamellenkupplung bis etwa 20 km/h geschlossen. Das heißt, alle Räder werden angetrieben, um maximale Traktion zu bekommen. In der Kurve sorgt das System für mehr Sicherheit: Drängt das Fahrzeugheck nach außen, schließt sich die Lamellenkupplung und leitet dadurch mehr Kraft auf die Vorderräder. So können die Hinterräder wieder mehr Seitenkraft aufbauen und das Fahrzeug stabilisiert sich. Erst wenn die Gefahr des Übersteuerns durch die variable Kraftverteilung alleine nicht mehr beseitigt werden kann, greift das DSC ein. Umgekehrt wird beim Untersteuern die Antriebskraft für die Vorderachse reduziert.

DSC bei Allradlern mit neuen Funktionen
In den allradgetriebenen 5er-Versionen verfügt DSC über neue Assistenzfunktionen. So wird beim Anfahren an Steigungen nach dem Lösen der Bremse das Fahrzeug noch für eine kurze Zeit festgehalten, um das Anfahren ohne Handbremse zu erleichtern. Eine weitere Funktion reduziert den Anhalteweg bei Notbremsungen: Wenn das Gaspedal schnell losgelassen wird, legen sich die Bremsbeläge an die Bremsscheiben an, um bei einer folgenden Gefahrenbremsung die Druckaufbauzeit zu verkürzen. Bei Nässe wird die Bremse von Zeit zu Zeit betätigt, um die Scheiben von Feuchtigkeit zu befreien. Außerdem gibt es Gegenmaßnahmen gegen das berüchtigte Bremsen-Fading. Schließlich wird beim leichten Bremsen bis in den Stillstand der Anhalteruck verringert. Wie auch beim X3 und X5 haben die allradgetriebenen 5er darüber hinaus eine Bergabfahrhilfe für steiles Gefälle, sowie eine Anhänger-Stabilisierungskontrolle.

Ausstattung im Detail verbessert
Bei allen 5er-Modellen wurde das Interieur mit Softlackoberflächen und Applikationen in Silber aufgewertet. Der Griff des Handbremshebels erhält einen Lederüberzug und das Ablagefach links vom Lenkrad wurde vergrößert und hat jetzt einen Deckel. Die geschwindigkeitsabhängige Servotronic-Lenkung gehört nun wie bereits beim Touring auch für die Limousine zum Serienumfang. Die neuen Versionen des BMW 5er sind vom 15. bis 23. Januar 2005 auf der Detroit Motor Show zu sehen.
(sl)

Mehr Power für BMW 5er