Modifizierter Scaglietti: Kürzer, knackiger und praktischer

Bereits seit 50 Jahren designt Giorgetto Giugiaro Autos. Zur Feier dieses Jubiläums belohnt sich der Meister der gelungenen Fahrzeugrundungen nun selbst: Mit dem Ferrari GG 50 entwarf und baute der italienische Designer einen Sportwagen nach seinen ganz persönlichen Bedürfnissen.

Ferrari und Giugiaro
Die Idee, einen Ferrari zu bauen, um die 50 Jahre Tätigkeit im Automobildesign zu feiern, wurde im September 2005 auf dem Auto-Salon in Paris geboren. Hier spricht Giugiaro auch erstmals persönlich mit dem Präsidenten und Geschäftsführer von Ferrari, Luca di Montezemolo, über seine Idee. Montezemolo wählt daraufhin das Modell, das die Basis für dieses Übungsstück bildet: Das viersitzige V12-Coupé 612 Scaglietti. Außerdem gibt er dem Design-Guru zwei Vorgaben: Das Projekt kann zwar in völliger kreativer Freiheit ausgearbeitet werden, es muss jedoch als Ferrari erkennbar sein, einen kompakten Eindruck liefern und höchsten Genuss realisieren.

Äußerliche Veränderungen am Scaglietti
Das Vorderteil des 612 hat Giorgetto Giugiaro nur minimal verändert: Eine Verkürzung des Überhanges um zwei Zentimeter schien völlig ausreichend. Anders beim Heck des Grand Tourismo: Hier überrascht der Meister den Betrachter mit einem komplett neu gestalteten Anblick und sieben Zentimetern weniger Länge.

Veränderungen unter dem Blech
Um beim GG 50 einen möglichst großen Stauraum zu verwirklichen, wurde der Tank des 612 Scaglietti neu konzipiert. Durch die Veränderung erhält man beim Zurückklappen der Rücksitzlehnen eine flache Ladefläche mit einer Tiefe von 1,40 Metern. Gegenüber der Ladekapazität des Scaglietti von 240 Litern verfügt der GG 50 über 270 Liter. Beim Zurückklappen der Rückenlehnen stehen sogar 500 Liter zur Verfügung. Um den erweiterten Laderaum besser ausnutzen zu können, wählte Giugiaro den Einsatz einer Heckklappe mit Scharnierbefestigung am Dachende.

Neues beim Einstieg
Die hinteren Sitze eines Coupés zu entern ist nie besonders angenehm, da die Öffnung zur zweiten Reihe direkt von der Länge der Tür abhängt, die man jedoch nicht endlos verlängern kann. Dieser Tatsache wurde beim GG 50 mit versenkbaren hinteren Scheiben begegnet. Durch diese Veränderung laufen die Kopfbewegungen beim Einsteigen flüssiger ab, was die Angelegenheit deutlich angenehmer machen soll, so Giugiaro.

Potente Basis
Wie seine Basis – der 612 Scaglietti – kann auch der GG 50 mit beeindruckenden Eckdaten aufwarten: Aus 5,7 Litern Hubraum schöpft der V12 stolze 540 PS und mobilisiert 588 Newtonmeter Drehmoment. Die Fahrleistungen dürften denen des Ferrari ebenfalls entsprechen. Ein Topspeed von 320 km/h und eine Beschleunigung in 4,2 Sekunden bis Tempo 100 sind also durchaus auch für den GG 50 realistisch.
(jk)

Italienisches Feuer