1975 begann die Erfolgsgeschichte der bayerischen Mittelklasse

Mein erster BMW war ein gebrauchter 316. Er hatte zwei Türen (wie sportlich!), eine fette Analoguhr anstelle eines Drehzahlmessers (wie langweilig!) und der Vergasermotor gewisse Startschwierigkeiten im Winter. Der Wagen war mit einem Kilometerstand von 73.000 gekauft für 5.700 DM. Airbags, DSC, Klima oder Sitzheizungen? Fehlanzeige. Trotzdem habe ich den 3er geliebt, es war wie gesagt, mein erster BMW und ich war ein 23-jähriger Student.

Jetzt, im 31. Jahr des Bestehens der 3er-Reihe, ist die fünfte Generation des Dreier vollgepackt mit allem, was man sich wünscht und was heute in ein Auto gehört. Blicken wir zurück auf die 30-jährige Geschichte der erfolgreichsten BMW-Reihe.

1975: Start im Olympiastadion
Der Start erfolgte 1975 direkt vor der Haustür von BMW: im Münchener Olympiastadion. In der weltberühmten Sportarena präsentierte der Vorstand im Juli die völlig neue Baureihe. Die optischen Parallelen zum größeren Fünfer waren unverkennbar. Das i-Tüpfelchen auf dem schnörkellosen Design war die Fahrerplatzgestaltung: Das Cockpit-Design feierte Premiere, jene zum Fahrer hin abgewinkelte Mittelkonsole, die für viele Jahre typisch für das BMW-Interieur wurde.

Kräftige Motoren
Unter der großen Haube, die seitlich bis über die Kotflügel reichte, arbeiteten zunächst Vierzylindermotoren mit 1.573, 1.766 und 1.990 Kubikzentimetern Hubraum. Dementsprechend lauteten auch die Modellbezeichnungen: 316, 318, 320 und 320i. Bereits der 316 war mit 90 PS schon recht kräftig. Der 318 nagte mit 98 PS am dreistelligen Leistungsbereich und der 320 fuhr mit 109 PS in seiner Klasse vorneweg. Wem das noch immer nicht genug war, dem bot BMW den 320i mit Otto-Einspritzer an, der zwar nach Super verlangte, dafür aber auch 125 PS zur Verfügung stellte. Später folgten Sechszylindermotoren.

13.600 Mark für den Einstieg
Das Einsteigermodell 316 kostete 13.600 Mark, der 318 lag bei 14.420 Mark und die beiden Zweiliter schlugen mit 15.330 Mark und 17.400 Mark zu Buche.

1982: Generation zwei
1982 stellte BMW den 3er der zweiten Generation vor. Obwohl der Neue innen vier Zentimeter mehr Platz bot, war die Karosserielänge nicht nur gleich geblieben, sondern sogar um drei Zentimeter kürzer geworden. Unter der Haube pochten potentere Triebwerke, die Karosserie war windschlüpfriger geworden. So erreichte der 316 mit unveränderten 90 PS Leistung eine Spitzengeschwindigkeit von 175 km/h.

1985: Vier Neuerscheinungen
Im Herbst 1983 eroberte der erste Dreier mit vier Türen den Markt, 1985 der erste Diesel. Der Reihensechszylinder im 324d leistete 86 PS und ermöglichte eine Spitzengeschwindigkeit von 165 km/h. Zudem war die 3er-Reihe nun auch als 325iX mit Vierradantrieb lieferbar. Neuerscheinung Nummer drei in diesem Jahr war das 325i Cabrio. Der vierte Debütant, der BMW M3, trug unter dem dynamischen Blechkleid ein Sportlerherz. 200 PS leistete sein Vierzylinder-Vierventilmotor, der direkt aus einem Wettbewerbsmotor abgeleitet war.

Kombi seit 1987
Im August 1987 stellte BMW den 3er als Touring vor, ab Anfang 1988 wurde er ausgeliefert. Zunächst als 320i, 324td, 325i und 325iX. Ein Jahr später kam noch der 318i dazu, der mit einem Einstandspreis von 33.650 Mark schließlich zum Bestseller unter den BMW-Kombis avancierte.

1990: Die dritte Generation.
Die dritte Generation, die als Viertürer debütierte, hatte nicht nur eine ganz andere Silhouette, sondern bot auch den Insassen bei geringfügig größeren Außenmaßen mehr Platz und Komfort. So durften sich allein die Fondpassagiere über 30 Millimeter mehr Knieraum freuen. Keiner der Neulinge musste sich mit weniger als 100 PS zufrieden geben: Der 1,6 Liter Basismotor des 316i ging mit 102 PS an den Start, der 318i mit 113 PS. Die beiden Reihensechszylinder brachten es auf 150 PS im 320i und auf 192 PS im 325i. Zwischen 30.800 Mark und 49.000 Mark kostete der neue 3er.

Ganz schön sportlich: Das erste 3er Coupé
Die neue Limousine blieb nicht lange allein. Der Zweitürer, der zum Jahresbeginn 1992 ans Licht der Öffentlichkeit trat, war keine Limousine mehr, sondern ein elegantes Coupé. Obwohl die Ähnlichkeit mit dem Viertürer unübersehbar war, hatten die beiden Varianten lediglich eine Hand voll Gleichteile – der Zweitürer war ein eigenständiges Auto.

Für Liebhaber: Cabrio und M3
Der neue M3 wurde ab Ende 1992 verkauft, das neue Cabrio ab dem Frühjahr 1993. Auch den neuen M3 gab es in der offenen Form – allerdings erst ein Jahr später. Zu seinem Debüt kam der sportlichste aller 3er als Coupé auf den Markt, später ergänzt von Cabrio und Limousine. Er hatte einen Reihensechszylinder mit 286 PS, versteckt in einem kaum als Sportwagen auszumachenden Großserienkleid.

Zwei Türen, große Klappe
1994 erblickte der 3er Compact in zwei Versionen das Licht der Straße: Im April 1994 der 316i und im Herbst 1994 der 318is. 1995 erschien der Touring. In seiner Ausstattung entsprach er weitgehend den Limousinen, allerdings mit dem exklusiven Polster- und Innenfarben-Programm des Coupés.

1998: Die vierte Generation.
Im Mai 1998 ging die vierte BMW 3er-Reihe, zunächst wieder erst als viertürige Limousine, an den Start. Der Neue wuchs in Länge und Breite um rund vier Zentimeter gegenüber dem Vorgänger, im Vergleich mit dem ersten 3er von 1975 hatte er nur um zwölf Zentimeter zugelegt. Das Fahrwerk war neu entwickelt. Im Zusammenspiel der elektronischen Regelsystemen ABS, ASC+T und der dynamischen Stabilitätskontrolle DSC III legte das 3er-Fahrwerk die Messlatte auf eine neue Bestmarke.

1999: Das Coupé erschien
Das Coupé trat im April 1999 an. Der Startschuss des neuen Kombi fiel im Oktober mit den Modellen 318i, 320i, 328i sowie mit dem 320d. Im Frühjahr 2000 führte BMW wenige Wochen vor Beginn der Open-Air-Saison das neue 3er Cabrio ein. Der offene Viersitzer powerte als 323Ci mit einem 170-PS-Motor.

343 PS im M3
Der (noch) aktuelle M3 feierte auf dem Genfer Automobilsalon 2000 Weltpremiere. Aus einem Hubraum von exakt 3.246 Kubikzentimetern schöpft der Reihensechszylinder die beeindruckende Leistung von 343 PS bei einer Drehzahl von 7.900 Touren. Das maximale Drehmoment erreicht 365 Newtonmeter bei 4.900 Touren. Aus dem Stand auf Tempo hundert beschleunigt der M3 in nur 5,2 Sekunden.

Der 3er Compact von 2001
Das Jahr 2001 begann für den 3er mit der Vorstellung des Compact. Verglichen mit der 3er Limousine war der neue Compact bei gleichem Radstand um 21 Zentimeter kürzer. Gegenüber dem Vorgänger hat er dagegen um jeweils 53 Millimeter an Länge und Breite dazu gewonnen. Das kam den Passagieren zugute.

2005: Die fünfte Generation
Jetzt steht die fünfte Generation der Erfolgs-Reihe als Viertürer am Start. Das Coupé und der Kombi werden 2006 folgen, das Cabrio 2007. Im Jahr 2008 startet der M3 mit V8-Motor durch.
(hd)

Bildergalerie: Bilder-Special: 30 Jahre BMW 3er