"Tune it! Safe!" setzt sich für sicheres Tunen ein – Porsche als Maskottchen

Automobil-Tuning liegt voll im Trend. Schätzungen zufolge geben die Fans jährlich 4,4 Milliarden Euro aus, um ihre Autos aufzupeppen. Davon lebt ein ganzer Wirtschaftszweig: Etwa 500 deutsche Tuning-Unternehmen bieten zirka 30.000 Mitarbeitern qualifizierte Arbeitsplätze. Die renommierten Firmen setzen auf den Dreiklang ,seriös, sicher, verantwortungsbewusst". Doch auf dem Tuning-Markt sind auch minderwertige, oftmals illegale Produkte und vermeintlich preiswerte Plagiate zu haben.

Arbeitskreis "Tune it! Safe!" gegründet
Diesem Sicherheitsrisiko will der neu gegründete Arbeitskreis ,Tune it! Safe!" mit Messe-Promotions, Anzeigen, Plakaten, Onlineauftritten und anderen Maßnahmen begegnen. Die Initiative wird getragen von Automobilclubs, Sachverständigen-Organisationen, Verbänden und Unternehmen aus der Automobilwirtschaft sowie Ministerien und Behörden. ,Andere Institutionen und Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, sind herzlich willkommen, mitzumachen", betont Bodo Buschmann, Präsident des Verbandes Deutscher Automobiltuner e.V. (VDAT). Der VDAT arbeitet bereits aktiv an einer Anpassung der internationalen Tuning-Vorschriften auf deutsches Qualitätsniveau mit. Erste Schritte zur Gründung eines europäischen Tuner-Verbandes hat der VDAT schon unternommen. Dort könnte die Stimme der deutschen Experten besonderes Gewicht haben: Deutschland ist mit Abstand das Tuning-Land Nummer Eins in Europa.

Beantwortung wichtiger Fragen
Das Problem: Meist aus Unwissenheit rüstet manch junger Autofahrer sein Auto mit nicht genehmigten Teilen aus. Damit riskiert er nicht nur den Verlust der Zulassung und des Versicherungsschutzes, sondern gefährdet auch sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Ihren Part sehen die Experten beim Beantworten der wichtigsten Fragen: Was ist erlaubt? Welche Produkte dürfen verwendet werden, welche Prüfzertifikate werden benötigt? Wie schützt man sich vor Plagiaten oder gefälschten Genehmigungen und Teile-Gutachten?

Erster Einsatz auf der Essen Motor Show
Erstmalig werden die unterstützenden Organisationen und das Bundesverkehrsministerium mit Tune it! Safe! auf der Essen Motor Show, die am 25. November 2005 startet, den Arbeitskreis präsentieren. Der Blickfang auf dem Messestand des VDAT dürfte der Polizei-Porsche sein, den die Tuning-Firma Techart auf die Räder gestellt hat.

370 PS
Der 911 Carrera S liefert dank Motormodifikationen 370 PS und ein Drehmoment von 406 Newtonmetern. Die Fahrleistungen sind mehr als beachtlich: In nur 4,6 Sekunden sprintet der Bolide auf Tempo 100 und erreicht eine Spitze von 297 km/h. Zu den weiteren Merkmalen gehören geänderte Schürzen, Spoiler und Diffusoren sowie 20-Zoll-Räder. Natürlich dürfen das Martinshorn, die Tagfahrleuchten von Hella und das offizielle Foliendekor der Polizei nicht fehlen.

Nur ein Showcar
Bei der Polizei wird es unter den Kollegen allerdings keinen Streit geben, wer den 125.000 Euro teuren Porsche fahren darf: Der Techart-Bolide wird nicht zum Einsatz kommen, er ist in der Polizei-Umrüstung ein reines Showfahrzeug. Damit dürften die deutschen Beamten neidisch nach Italien schielen: Ihre Kollegen dort haben immerhin einen Lamborghini Gallardo als Autobahn-Einsatzwagen.
(hd)

Bildergalerie: Polizei-Flitzer von Techart