Diesel-Hybrid-Studie zeigt den sparsamen Antrieb der Zukunft

Opel stellt auf der Auto Show in Detroit eine Diesel-Hybrid-Studie vor. Mit dieser Antriebs-Kombination soll das auf dem Astra GTC basierende Konzeptfahrzeug immerhin ein Viertel weniger Kraftstoff benötigen. Der Antrieb wurde von General Motors (GM) und DaimlerChrysler gemeinsam entwickelt. Er basiert auf der vielfach patentierten diesel-elektrischen Hybrid-Technologie, die GM bei 335 Bussen in ganz Nordamerika einsetzt.

Stufenlose Übersetzung
Das System kann bei Fahrzeugen mit Front-, Heck- oder Allradantrieb und kombiniert mit Benzin- oder Dieselmotoren zur Verwendung kommen. Zwei elektronisch gesteuerte Elektromotoren ermöglichen in Verbindung mit einer Reihe von Getriebezahnrädern eine stufenlos variable Fahrübersetzung. Die Anlage benötigt nur so viel Platz wie ein herkömmliches Automatikgetriebe. Ein Batterie-Pack versorgt die Elektromotoren mit Strom und erlaubt auch einen rein elektrischen Antrieb.

Batterie in der Ersatzrad-Mulde
Der Astra Diesel-Hybrid soll zeigen, wie sich bei einem Kompaktklasse-Modell die Hybrid-Komponenten ohne Abstriche bei Raumangebot und Praxistauglichkeit unterbringen lassen. Die gemeinsam mit Varta entwickelte Nickel-Metall-Hydrid-Batterie passt samt integrierter Stablüfter in die Ersatzradmulde.

Acht Sekunden auf Tempo hundert
Angetrieben wird der Opel Astra Diesel-Hybrid von einem 125 PS starken 1.7-CDTI-Motor mit wartungsfreiem Partikelfilter sowie zwei Elektromotoren mit einer Leistung von 30 und 40 Kilowatt. Die E-Motoren schalten sich je nach Fahrzustand zu oder kommen ausschließlich zum Einsatz. Die Boost-Funktion der Elektromotoren führt zu ordentlichen Fahrleistungen: So wird für den Astra Diesel-Hybrid ein Beschleunigungswert von null auf hundert in weniger als acht Sekunden angepeilt.

Unter vier Liter Verbrauch
Mit einem Normverbrauch unterhalb der Vier-Liter-Marke knausert die Konzeptstudie mit dem Kraftstoff, denn dieser Zielwert soll um rund 25 Prozent unter dem vergleichbarer Dieselmodelle liegen. Gleich mehrere Faktoren begünstigen das: Beim Ampelstopp wird der Dieselmotor abgeschaltet und das Anfahren erfolgt elektrisch. Doch nicht nur beschleunigen, auch mitbremsen darf der Elektromotor: Bei der so genannten Rekuperation wird aus der kinetischen Energie des fahrenden Autos elektrische zurückgewonnen und in der Batterie gespeichert, sodass der Elektromotor beim Abbremsen und im Schiebebetrieb wie ein Dynamo arbeitet.

Zwei Bordnetze
Wie andere Hybrid-Fahrzeuge verfügt der Astra Diesel Hybrid über zwei separate elektrische Bordnetze: Während im Antriebsbereich mit Hochspannung gearbeitet wird, versorgt die neue Hochleistungsbatterie die Sicherheits- und Komfort-Verbraucher wie Licht, Lüftung und Radio über einen Umspanner mit 12 Volt.

Kein optischer Unterschied
Von außen unterscheidet sich der Opel Astra Diesel-Hybrid nicht von einem Serienauto. Im Innenraum wird der Drehzahlmesser durch ein neuartiges Kombiinstrument ersetzt, das den Fahrer über die aktuelle Betriebsart – Antrieb durch Elektromotor, Dieselmotor oder beide Aggregate – informiert. Ein zweites Display zeigt den Ladezustand der Batterie. Auf dem Graphic Info Display über der Mittelkonsole läuft gleichzeitig eine Videoanimation der Fahrzustände.
(hd)

Doppelherz-Opel