Nicht nur die Mitsuoka-Studien gelten als skurril, auch deren Serienmodelle

Der zehntgrößte japanische Autohersteller Mitsuoka ist in Europa weitgehend unbekannt. Wirklich zu bedauern ist das wohl nicht. Denn bei dem Karosserie-Spezialisten werden automobile Merkwürdigkeiten zusammengezimmert, die meilenweit am hiesigen Geschmack vorbeifahren dürften. Und das, obwohl sich die Mitsuoka-Modelle mit ihrem europäisch inspirierten Design eigentlich wunderbar ins Straßenbild einfügen könnten. Doch der Neo-Barock à la Mitsuoka ist von einem ganz eigenwilligen, eben sehr japanisch geprägten Geschmack. Und dieser sorgt bei Europäern für viel Stirnrunzeln, zweifelnde Gesichter und verzogene Mundwinkel. Rückhaltlose Begeisterung? Fehlanzeige.

Nissan Micra mit Jaguar-Optik
Für den Bau seiner Kuriositäten bedient sich Mitsuoka zunächst stinknormaler Serienmodelle von Nissan und Honda. Technisch bleiben die Fahrzeuge weitgehend unverändert, doch Front und Heck werden radikal umgestaltet. Dabei kommen Modelle heraus wie der bis Mai 2003 insgesamt 9.300 Mal gebaute Viewt. Der optisch stark an den Jaguar MK II angelehnte Kleinwagen basiert auf dem bis 2002 produzierten Micra. Nun kündigt Mitsuoka die Neuauflage des Viewt auf Basis des aktuellen Micra an. Auch der New Viewt ist wiederum eine eher fragwürdige Interpretation historischer Jaguar-Gesichter.

Accord mit S-Type-Gesicht
Ebenfalls eine von Jaguar inspirierte Front trägt der Nouera. Nicht ganz so barock wie der Viewt, erinnert der Nouera vielmehr an den aktuellen S-Type. Hinter der dilettantisch geklonten Neo-Retro-Optik versteckt sich übrigens eine Honda Accord Limousine.

Nissan Fuga mit Rolls-Royce-Gesicht
Nobler und mit einer deutlich imposanteren Front kommt der Galue daher. Das Flaggschiff von Mitsuoka ist genau fünf Meter lang und basiert auf dem Nissan Fuga, der von einem 3,5-Liter-V6-Motor mit 280 PS angetrieben wird. Das Vorbild für den Galue ist natürlich der prominente Kühlergrill der Marke Rolls-Royce.

Orochi kurz vorm Serienstart
Kurz vor seinem Serienstart steht das wiederum skurril anmutendes Sportcoupé Orochi. Der auf dem Honda NSX basierende Zweisitzer hat jedoch kein so offensichtliches historisches Vorbild wie die anderen Mitsuoka-Modelle. Auffällig ist der wie ein lasziv geöffnetes Fischmaul wirkende Kühlergrill zwischen den vier runden Front-Scheinwerfern. Das organisch wirkende Design des Orochi könnte auch gut das nächste Batmobil schmücken. Obwohl ein sehr futuristischer Entwurf, soll der Orochi 2006 in Serie gehen.

Orochi-Cabriolet
Vom Orochi könnte es außerdem noch ein Cabriolet geben. Auf der Tokyo Motor Show im Oktober 2005 stellte Mitsuoka eine Roadster-Studie auf Basis des Orochi vor. Der Orochi Nude Top Roadster muss völlig ohne Dach, Seitenspiegel und Seitenfenster auskommen. Die lediglich hüfthohe Flunder in Perlweiß schafft es, die Blicke auf sich zu ziehen. Doch ruft der Nude Top Roadster dabei mehr kritische Verwunderung als Begeisterung hervor. How bizarre.
(mh)

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